Antoine de Pluvinel – Sanfter Meister oder geschickter Inszenierer?
Shownotes
Antoine de Pluvinel gilt als einer der bedeutendsten Reitmeister der Geschichte. Er diente mehreren französischen Königen, lernte bei Giovanni Pignatelli in Italien und prägte mit seiner Arbeit die höfische Reitkunst Frankreichs. Sein berühmtes Werk „Manège Royale“ ist dabei weit mehr als ein historisches Reitlehrbuch: Mit prächtigen Kupferstichen, kunstvollen Dialogen und detaillierten Beschreibungen eröffnet es einen faszinierenden Blick in die Welt des französischen Königshofes.
In dieser Folge von „Die Großen Reitmeister“ sprechen wir über Pluvinels Leben, seine Ausbildungsmethoden und die Bedeutung der Reitkunst in einer Zeit zwischen Rittertum, Religionskriegen und höfischer Inszenierung. Warum spielte das Reiten für einen König eine so wichtige Rolle? Was machte die berühmten Pferdeballette so außergewöhnlich? Und wie gelang es Pluvinel, Pferde so auszubilden, dass selbst wenig erfahrene Reiter auf ihnen glänzen konnten?
Dabei werfen wir auch einen kritischen Blick auf die Pilarenarbeit und andere Methoden der damaligen Pferdeausbildung. War Pluvinel tatsächlich der besonders sanfte Reitmeister, als der er bis heute häufig dargestellt wird – oder trägt die elegante Sprache der „Manège Royale“ dazu bei, manche Methoden milder erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich waren?
Eine Reise in eine Epoche voller Reitkunst, Macht, Disziplin und höfischer Eleganz – und zu einem Reitmeister, dessen Einfluss bis heute spürbar ist.
Transkript anzeigen
00:00:06: Hallo Barbara!
00:00:20: Wie schön, dass wir uns heute wieder einmal über einen der berühmten Reitmeister unterhalten.
00:00:31: Liebe Zuhörer ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die Großen ReitMeister.
00:00:36: Und wir sprechen heute über Antwande Plüvinel in unserem Podcast, aber er steht oder stand oder steht auf jeden Fall auch auf unserer Liste für die Audiobooks.
00:00:49: Wir sind noch nicht so ganz dazu gekommen.
00:00:52: Barbara?
00:00:52: Ja ich begrüße auch die Zuhörer.
00:00:55: ja das wartet noch Das Buch liegt noch da.
00:00:59: Aber wir sind am Anfang etwas gescheitert an der original fast altfranzösischen Übersetzung, die wir uns vorgenommen hatten.
00:01:09: Aber das war so schwer!
00:01:11: Das ist ja auch nur ein Drittel von der Manich-Royal.
00:01:14: Das ist also sehr nah an Plüvinel.
00:01:17: aber unsere gute Übersetzerin hat irgendwann gestreikt und gesagt, dass es mehr Latein, das ist mehr Italienisch.
00:01:22: Wir finden gar keine Übersetzungen in dem Lexikon.
00:01:26: Und da haben wir erstmal tief durchgeatmet und dann haben wir gesagt gut, dann nehmen wir die Manich Royale die dann, neunzehundert, sechsundzwanzig erschienen ist.
00:01:36: Die dann schon ein bisschen in das neu französische übersetzt wurde und es liegt noch da.
00:01:44: wir werden das tun aber Es war ein schwieriger Start und dann haben wir halt mal anderes gemacht.
00:01:49: erst
00:01:50: Genau, gut Ding will Weile haben.
00:01:53: Und jetzt sind wir schon so ein bisschen eingetaucht.
00:01:55: Gleich am Anfang hört man raus und braucht einen halben oder vielleicht auch ein ganzes Geschichtsstudium und einige Sprache noch dazu.
00:02:03: Bevor wir mehr darüber erfahren wer Antwande Püvinell eigentlich war schauen wir einmal auf die Epoche in der Erlebte.
00:02:11: Denn der Buchdruck, der existierte noch gar nicht so lange als eines der ersten gedruckten Reitlehrbücher war ja Lee Ordini die Kavalkare erschienen.
00:02:20: Nämlich kurz vor oder um Blühwinnels Geburtsjahr herum, fifteenhundert-einundfünfzig.
00:02:27: und dieses Lernen an den vielen neu entstandenen Akademien
00:02:31: Das
00:02:32: kam gerade erst in Schwung.
00:02:33: Die Adligen reißen nach Italien und bildeten sich dort bei den Meistern fort, nicht nur in der Reitkunst auch in der Malerei oder der Musik- oder Baukunst.
00:02:44: Wir haben ja ... wir reden von der Renaissance die ja von Italien ausgegangen war.
00:02:49: Und diese Wiederentdeckungen von Wissen aus der Antike stieß sie bei den Adligen halt auf.
00:02:58: viel Ja, Wissensdurst und man bildete sich weiter.
00:03:03: Und mit Beginn der Neuzeit, das geht jetzt in Richtung Plüvenel, da änderte sich das etwas... Da sagte man nämlich naja ich komme zu Hause gar nicht so richtig weiter!
00:03:14: Man muss das Wissen auch nach hause bringen und deswegen begann man die Trainer- und Meistertrainer, sagte man damals wohl eher noch nicht, zu exportieren nahm sie mit nachhause Schickte auch gezielt Ausbilder dahin, die dann zu Hause die Lehren der Reitmeister in dem Fall weiter verbreiten sollten.
00:03:34: Und so ähnlich ist es heute auch.
00:03:37: man geht zum Lehrgang holt sich Input und merkt dann wenn man nicht konstant das auffrischt und weitermacht Dann verpuft dieser input irgendwann wenn der Trainer dann hunderte Kilometer weit weg ist.
00:03:48: damals konnte man auch keine WhatsApp Calls mit Video machen.
00:03:53: Ja, dann verpufft das einfach.
00:03:55: Und man muss vielleicht wieder auf die lange Reise.
00:03:57: Deswegen holten die Könige von England und auch eben Frankreich die Reitmeister- und Stallmeister aus Italien.
00:04:05: Besonders natürlich die, die sich dort mehrere Jahre aufgehalten hatten.
00:04:09: Man gründete eigene Akademie oder Reitschulen.
00:04:14: Diese in Paris war halt die königliche Reitbahn Manejo Royale Und dort wirkte Antoine de Plüvinel.
00:04:23: Er hat sich einen hervorragenden Namen gemacht, er hatte lange an der Akademie Pignatellis, das ist ein anderer Reitmeister in die Apel gelernt und es ging ein bisschen mehr in die Richtung der höfischen Reiterei, d.h.
00:04:37: weg vom Kampf man zu Mann auf dem Pferd.
00:04:40: Das hatte auch die Ursache darin dass einer der Könige von Frankreich bei einem der letzten echten Ritter-Toniere ums Leben gekommen war.
00:04:49: Er wurde mit einer Lanze in den Kopf ins Auge gestochen und ging dann an dieser Wunde letztendlich zu Grunde.
00:04:56: Das war fifteenhundertneunundfünfzig, da war Plüvinell wahrscheinlich noch gerade Anfänger ja mit sieben oder acht Jahren.
00:05:05: aber Hellen, also Heinrich
00:05:07: II.,
00:05:07: wurde halt tödlich verletzt und danach kam die höfische Reiterrei eigentlich immer mehr in den Vordergrund und weg von diesen mittelalterlichen Ritter-Turnieren.
00:05:20: Aber wer war Antoine de Plüwinell-Baurer?
00:05:23: Da erzählst du uns bitte einmal etwas mehr.
00:05:27: Was wissen wir über sein Leben?
00:05:29: Eckdaten, er lebte von fifteenhundertfünfzig bis sechzehnundzwanzig.
00:05:36: Er war Sohn eines begüterten Kaufmanns und wurde schon früh umfangreichreiterlich ausgebildet.
00:05:44: Es wurde ihm ein sechsjähriger Aufenthalt in Italien bei Giovanni Bignatelli ermöglicht.
00:05:53: Und als er zurückkam, sprach sich der sehr gute Umgang den er mit Pferden hatte herum und dann wurde er der erste Reitmeister von dem König Heinrich des Drittens und unterstützte ihn dann in der Ausbildung der Pferde und auch in den Schlachten.
00:06:13: Danach, nach dem Tod von Heinrich III.
00:06:17: unterstützte er den Nachfolgenden König, den Heinrich des Fürthens sogar in verschiedenen Schlachten und er hatte die Pferde so gut ausgebildet dass die Ritter sehr erfolgreich waren.
00:06:30: Und als Dang bekam dann Plüvinnell den Adelstitelverdien von Heinricht III.
00:06:36: und bekam auch Ländereien und wurde großzügig finanziell unterstützt für seine Akademie, die er in Paris in nineteenhundertvierundneunzig eröffnete.
00:06:49: Die erste Reitakademie für die Ausbildungsstätte für den Adel.
00:06:55: und das war nötig oder nicht nötigt.
00:06:57: aber es ist wichtig dass Reitfähigkeit des Adels erhalten blieb, so wie du schon gesagt hast.
00:07:05: Ohne dass das eigentlich noch immer in dem Kampf war aber dass man diese Fertigkeiten doch noch erhielt die sich nachher dann im Pferdeballett oder so zeigte also in den höfischen Aufführungen und da war es so, dass dann eher die Adeligen ausbildete.
00:07:23: Aber dann kam Die Mane ich royal und die manne ich royal.
00:07:29: das war nicht in seiner reit akademie sondern Und da sind auch die illustrationen die das zeigen dass fand an der kran ikuri im louvre statt oder sogar auf dem reiht platz darin den arkaden zwischen die tüllerien.
00:07:44: das stelle ich mir sehr Das muss einfach toll gewesen sein.
00:07:48: und am louvre stad.
00:07:50: und Das zeigt wirklich, dass sich dann dieses Manich Royal auch wirklich nur auf die Ausbildung des Königs so konzentriert.
00:07:57: und eigentlich ich finde ein Bild des König vor allen Dingen Zeichen.
00:08:04: Nach Ermordung von Heinrich dem Fürchten wurde Ludwig der dreizehnte mit neun Jahren König also ganz junger Kerl und mit sechzehn wurde er regierungsfähig.
00:08:20: Zeitraum, man nicht royal und man kann eigentlich sagen ja das war eine Promotion.
00:08:27: Er wurde dargestellt als guter Reiter und er wurde dann dem Volk näher gebracht.
00:08:35: ein guter reiter ist ein gutter Herrscher weil ein Pferd beherrscht den Staat und es war eine kluge Promotion diesen jetzt sechzehnjährigen regierungsfähigen jungen Mann so da zu stellen dass man vor ihm dem Kopf neigte.
00:08:52: reiten oder diesem auf dem Pferd sitzen erhöht ja ohnehin schon und wenn man dann elegant auf dem fährt sitzt, dann macht das ungemeinen Eindruck.
00:09:02: Aber noch mal ganz kurz zurück was du so anfangs sagst ist dass muss ja heute jeden Berufsreiter ein bisschen innerlich Ein bisschen faszinierend bekam Adels-Titel, Lender Rhein übereignet.
00:09:19: Das möchte ich noch mal aufgreifen von seinen Dienstherren.
00:09:23: Vielleicht das waren natürlich Könige die konnten das aber... Lender Reihen würden ja schon reichen muss gar nicht der Adels Titel sein.
00:09:30: Obwohl beides ist auch nett.
00:09:33: Plüvenell hat also verschiedenen Königen gedient.
00:09:38: Wir müssen uns daran erinnern, nach wie vor kam gerade der Buchdruck auf.
00:09:42: Es gab keinen Strom und keine Heizung.
00:09:45: Frankreich war relativ kalt in dieser Zeit.
00:09:48: Er hat die ganzen Religionskriege noch miterlebt mit seinen ersten Königen auch in Schlachten gezogen und hat sich bewiesen.
00:09:57: Natürlich wurde es mehr höhfischer Reit Turniere so, dass sie sicher waren.
00:10:04: Aber
00:10:04: auf jeden Fall kamen Reiter zu der Zeit schon noch in Situationen wo man eben nicht zum Spaß ritt sondern wirklich reiten können musste und es gab auch noch Kampf zu fährt.
00:10:14: Inzwischen mit Schusswaffen und wahrscheinlich war der König oder die Hohenartigen nicht in der ersten Reihe.
00:10:20: aber das war ja eine brutale Zeit.
00:10:22: wir denken an Hinrichtungen Religionskriege Glaubensverfolgung.
00:10:26: acht Religions Kriegel gab es und die waren zum Teil sehr blutig.
00:10:31: Wer so ein bisschen Idee haben will von der Epoche, der schaut die drei Musketiere.
00:10:36: Ist etwas danach aber noch mit Ludwig XIII und auch Richelieu.
00:10:40: also das sind unsere Protagonisten in Manegy Royale.
00:10:46: ja und so ist eben der Titel des Buches dass eigentlich erst nach Plüvinels Tod erschien und das Buch mit dem wir uns jetzt heute beschäftigen heißt Le Manège Royale.
00:10:59: Ins Deutsch übersetzt wurde der Titel mit die Königliche Reitbahn.
00:11:03: Und Barbara, vielleicht noch mal was ist jetzt wirklich das Besondere an Manege Royale?
00:11:08: Abgesehen davon, dass es natürlich hinsichtlich seiner Aufmachung und Illustration alles übertrumpfte.
00:11:16: Also es ist ein Trialog,
00:11:18: d.h.,
00:11:19: etwas ganz lebendiges, was uns da vorgesprochen wird.
00:11:22: also wir werden reingezogen in einen Trialogue zwischen dem König, der die Frage stellt Und dann Blüvinelle, der die sehr elegant beantwortet.
00:11:32: Auch von einem Wortfindung sehr schön.
00:11:34: Das macht Spaß zu lesen und unterstützt wird er von M. Le Cron, das ist der Steilmeister, der erste SteilMeister der Cron Ichurie.
00:11:46: Der König stellt Fragen und Blüvinnell beantwortete sie und man sieht an der Fragestellung dass der König ein tiefes Verständnis der Reiterei hat dass er sich nicht abspeisen lässt, sondern das er tiefgründig fragt und auch immer wieder nach der Ausbildung fragt.
00:12:04: Und Plyvinnell erklärt die Ausbildung und erklärt es auch an einem Pferd was als unrittig galt und was große Reitmeister abgestellt hatten.
00:12:15: Labonid, der Schöne.
00:12:19: Und Plüvinell hat das eben innerhalb von vier Tagen geschafft, dass dieses Pferdd alles konnte und dass dann der König auch auf diesem Pferd klänzen konnte.
00:12:30: Und das Schöne ist diese Lebhaftigkeit, die Pferde mussten Sekundengehorsam haben – muss man so sagen wenn man mit denen in den Schlacht reitet!
00:12:48: nicht darauf wachten, dass das Pferd vielleicht dann doch nicht scheut oder so.
00:12:52: Und dann stellte halt plüvinell seine bestimmte Ausbildungsart da die in recht kurzer Zeit nämlich zum Teil ein paar Tagen einen Pferde... ich nenne es jetzt mal abgerichtet hat.
00:13:05: Abgerichtet?
00:13:07: Nicht ausgebildet sondern eher abgerichtet und danach dann mehr ausgebundet hat.
00:13:12: aber es wurde das pferd erst einmal untergeordnet.
00:13:15: Wenn man so an die damalige Zeit denkt und man reitet mit einem Pferd in den Krieg, dann ist es besser das Pferdd gehorcht.
00:13:22: Noch interessanter ist es natürlich wenn der König so ein Pferд reitet und reitet vor dem Herr her und das Pherd bockt ihn runter.
00:13:29: also dass sowas ist einfach nicht möglich.
00:13:31: Also wurden die Pferde dann abgerichtet und da hat er dann die Pilarenarbeit und stellt die auch vor.
00:13:39: Und der König stellt aber sehr gute Fragen, wann und wie die eingesetzt wird?
00:13:44: Und Plüvinell sehr geschmeidigt, sehr elegant beantwortet all dies.
00:13:51: Es ist ja einmal eben dieser Trialog für die, die noch jünger sind und sich damit nicht so auskennt.
00:13:57: Trialogue heißt es sind also drei Beteiligten an diesem Gesprächs.
00:13:59: Das ist ein dreier Gespräch.
00:14:02: Plüvinnell hat natürlich den größten Anteil an dem Gespräch, weil er ja viel erklären muss.
00:14:09: Und dieser Stallmeister Monsieur Le Grand, das ist also kein Eigennahme.
00:14:13: Sondern es sind verschiedene Adlige die diesen Titel Stallmeister eben inne hatten der unterstützt den Reitmeister und vermittelt manchmal auch so ein bisschen hat man fast den Eindruck Packend ist, das sind diese Illustrationen.
00:14:31: Und das sind ja nicht irgendwie Skizzen wo man wie heute in Lehrbüchern mal so eine Idee kriegt sondern das sind richtig... Ja Barbara was sind's eigentlich?
00:14:39: Ich sag jetzt mal!
00:14:41: Ein bisschen Yellow Press.
00:14:43: Also es ist so, weil diese Auflage ja auch an alle Fürstenhöfe ging.
00:14:48: Fürstenhöfe ging man konnte mal einen Eindruck bekommen wie es da im Louvre aussieht, wie es in der Reitbahn aussieht und welche Menschen, die wurden sehr genau dargestellt, wurden auch skizziert.
00:15:00: also das war eigentlich ein Bildatlas.
00:15:04: Wie ist die Reithalle?
00:15:05: Wie ist ausbildung des Königs?
00:15:07: Wenn ich denke früher gab's keine Bilder dann immer nur Ahnbilder Aber das war jetzt Momentaufnahmen und man konnte teilnehmen.
00:15:15: Und man konnte eintreten in die Reitbahn, man konnte Teil nehmen und sehen wie die Protagonisten miteinander sprachen.
00:15:22: Entschuldigung, jetzt geht ein Hund aber es ist gleich wieder weg!
00:15:25: Wenn ich denke so in der früheren Zeit wo dann einfach nur so statische Bilder waren... ...und jetzt sieht man dynamische Bilder die Personen sehr gut in ihrer Arbeit.
00:15:34: Abbildeten und dann noch so zeigen sie sind im Dialog unterstehen Sie da und dann hält der eine die Gärte.
00:15:40: Und dann auch das fährt dazu, auch sehr individuell also sehr mit großen Augen.
00:15:46: Also sehr Ja wie kann man das sagen?
00:15:50: Lebhaft gezeichnet, so kann man es sagen.
00:15:52: Das sind lebhafte Kupferstiche von einer enormen Qualität Die aber auch mit den ganzen Verschmückungen Die Pracht des Königs und das Königshof ist natürlich darstellten.
00:16:04: Und wenn ich denke, ich hätte früher immer nur irgendwie so ein Kirchenbild gesehen und dann sehe ich eine Illustration und kann die Studieren wie ein Bilderbuch?
00:16:13: Das hätte mich auch fasziniert!
00:16:16: Und die Personen sind gekennzeichnet, also die Namen stehen ganz klein dran.
00:16:24: Weil du sagtest Kirchenbilder war das ja manchmal so, dass man gedacht hat auch der Heilige hat dessen und dessen Gesicht.
00:16:29: War ja üblich, dass sie mit Zehnen sich da auch haben etwas verewigen lassen.
00:16:35: aber hier werden die Personen wirklich benannt.
00:16:40: Es war ja auch ein sehr berühmter Maler, der damit beauftragt wurde.
00:16:43: Also jedes Bild, jede Illustration ist wirklich ein Einzelkunstwerk.
00:16:49: und wir haben uns dann mit Hintergründen beschäftigt.
00:16:54: und da wollen wir einmal schon die Arbeit von Maria Platte erwähnen, die da ein wissenschaftliches Buch darüber verfasst hat.
00:17:02: Die Maneje Royale des Antoine de Pluvinel erschien im... Es ist der Verlag Wolfen-Büttler Forschungen.
00:17:10: Eine unwahrscheinlich tolle Arbeit, wer sich dafür interessiert, der sollte in diesem Buch mal nachschlagen weil ohne die Kenntnis es fast schon schwierig die Bedeutung von Limman und Nege Royale zu begreifen.
00:17:27: Die erklärt halt auch sehr gut die Bilder, dass wer es wäre in dieser ganzen Runde.
00:17:34: Und auch die Darstellung der Pferde wo die Pferd so ein vermenschliches Aussehen bekommen.
00:17:39: am Anfang sind's eher wilde Tiere noch unfrisiert und dann kriegen sie eigentlich fast menschliche Augen vor allen Dingen auch die Frisur die Schweife und erhöhen wirklich den Reiter.
00:17:53: Oft ist es der König, der dann abgebildet ist.
00:17:56: Das ist wirklich sehr beeindruckend.
00:17:58: Wer sich für Plyvinel interessiert, kommt an die Arbeit von Maria Platte nicht vorbei, denke ich.
00:18:05: Ich hatte das sehr gut beschrieben und auch die Hintergründe noch mal dargestellt hat aber auch allumfassend.
00:18:12: Es geht ja nicht nur um Antwande Plyvinell.
00:18:14: Also ein spannendes Buch.
00:18:16: Sie beschreibt da auch die Arbeit des Kupferstecher.
00:18:19: Das war Christine Passe, ein Niederländer.
00:18:23: Also ein Sohn eines niederländischen Kupferstechers der aufgrund seines guten Rufes dann an den Hof gekommen ist und da.
00:18:32: Bilderbücher also hat richtige Werke geschaffen.
00:18:36: und man ist so mittendrin.
00:18:37: Man denkt, man steht davor wie an einer Bühne, man ist dabei als Zuschauer und das fand ich... Hat mich schon fasziniert was er da geleistet hat.
00:18:46: Ein Aufwand die einzelnen Personen und dann ist da noch ein Hund.
00:18:49: Dann steht der Knappe, sind wieder die Säulen.
00:18:53: Also unglaubliche Werke, wenn ich denke das muss handwerklich gemacht werden.
00:18:59: Respekt!
00:19:01: Absolut Respekt und sehr detailverliebt.
00:19:03: Und es geht ja am Anfang auch damit los bevor eine Eröffnungsbild gezeigt wird wo halt die ganze Gruppe zusammensteht Sind auch die Kleidungsstücke gezeichnet oder eben abgebildet Und vielleicht damit unsere Zuhörer mal so ein bisschen Gefühl kriegen für die Sprache, noch gar nicht so sehr für diesen ausbilderischen Inhalt.
00:19:24: Dann kann man sich auch vorstellen wenn man sowas halt gemalt sieht wie das aussieht würde ich mal den Abschnitt von ganz am Anfang vielleicht einmal vorlesen.
00:19:32: Die erste oder zweite Frage des Königs Ich versuche es mal am Stück flüssig hin zu bekommen.
00:19:39: Also der König fragt ja wie gesagt Monsieur de Plouvinel und stellt eben die Frage, wohl an, Monsieur de Plüvinelle.
00:19:48: So sagt mir nun, womit ihr euren Schüler zu Formen beginnen wollt?
00:19:53: Großmächtigster König bei der Zier- und Bequemlichkeit seiner Kleidung, worin er reiten soll!
00:20:00: Wie muss denn dieselbe Beschaffen
00:20:01: sein?!
00:20:03: Fürs Erste soll der Hut nicht so dick oder schwer jedoch von schöner Form sein – ungefähr sechs Zoll hoch und im Rande dreieinhalb breit damit er nur das Gesicht vor der Sonne schützen möge.
00:20:14: An einer Seite soll er aufgeschlagen sein, ein Federbusch zierlich darauf gehäftet.
00:20:20: Die Hutschnur mag von Krepp, Taft, Gold, Silber oder Seide sein – entweder geschlungen oder gewirkt!
00:20:27: Doch der Gestalt akkommodiert, dass der Hut fest auf dem Hauptsitze und im Tummeln den Reiter nicht entfallen könne.
00:20:35: Weiter soll er eine Krause umlegen — diese füge sich besser ein als ein Überschlag.
00:20:40: Das Wams soll weiß sein, meines Erachtens ist dies von besserer Art als eine andere Farbe.
00:20:46: Im Winter mag er einen Kasak oder ein Röcklein mit hängenden Ärmeln tragen – im Sommer aber einen Kragen in Bänder geschnitten darüber führen!
00:20:55: Die Handschuhe sollen lang sein und ziemlich weit den Arm hinaufreichen.
00:20:59: Etwa vier Finger breit über der Hand zugenäht damit sie vor der Sonne bewahrt werden.
00:21:05: Sie sollen auch mit Gold oder Silber gestickt, sonst staffiert sein.
00:21:08: Oder wenigstens mit Fransen, damit sie entweder zur Farbe des Kleides oder aber zu Hutchnur und Gürtel passen.
00:21:16: Am Rande sollen sie verzieht sein, damit dieser Zierrat sich aufeinander schicken kann.
00:21:22: Erst mal bis dahin also aufeinanderschicken heißt zueinander passen Und ja liebe Reiterinnen nur T-Shirt und Bandagen in einer Farbe... Damals wäre man damit nicht so weit gekommen.
00:21:33: Also so detailverliebt wie hier.
00:21:36: diese Ausführungen von Plyvinel sind eben auch die Illustrationen, wo man das sich dann richtig vorstellen kann.
00:21:44: Auch wenn es natürlich nicht in Farbe ist.
00:21:45: aber ja waren eigentlich wohl die original Bücher oder die ersten.
00:21:51: denkst du Barbara?
00:21:51: Man hat ihnen noch ein bisschen Farbimpulse gegeben?
00:21:55: Weiß ich nicht!
00:21:59: Ich habe noch keinen farbigen Kupferstich von ihm gefunden.
00:22:04: Vielleicht kann ich nicht sagen.
00:22:06: Ich habe keinen Kupferstich gesehen, der gefärbt ist.
00:22:09: aber da bitte ich jetzt die Hörer.
00:22:12: Könnte ich mal auf die Suche gehen?
00:22:14: Ich hab halt nur diese schwarz-weißen Kupferschtiche gesehen.
00:22:19: Ich hab von Newcast in meinem Paar gesehen, die hinterher...
00:22:23: Ja, die sind nachgefärbt, aber vielleicht nachgefirbt hinterher.
00:22:28: Da noch nicht.
00:22:30: Naja, jedenfalls sieht man so ein bisschen den Klang und das wird natürlich nicht gerade leichter wenn es dann in weitere Ausbildungsdetails geht.
00:22:40: Wobei man muss sagen ist natürlich eine gestellte Trainingssituation.
00:22:46: ganz anders als bei Grisone zum Beispiel finden wir eher das Ganze so beschreibend dargestellt und nicht, was sind Fehler?
00:22:55: Wie korrigiert man?
00:22:57: womit ist wirklich in der Realität zu rechnen.
00:23:00: Und wir haben auch versucht uns zu erklären wie das kam dass man Federico Grisone den italienischen Reitmeister oft so ja es so grob- und brutal dargestellt hat und auch noch darstellt und Plüvinell der ja mit den Pilaren schon etwas was viele Pferde auch nicht ganz so toll fanden, relativ umgangssprachlich als den der jetzt so samtstmütig war.
00:23:28: Eigentlich dann beschreibt oder auch in vielen Reitlerbüchern darstellt.
00:23:34: und wir haben uns jetzt mal Gedanken gemacht wann eben Grisones Übersetzung auf Deutsch erschienen ist und die von Manège Royale und sehen, dass das zeitlich relativ dicht beieinander liegt.
00:23:45: Und wenn man natürlich sagt, okay, das erste Buch von Grisone kamen in den Fünfzehnhunderteinundfünftzig.
00:23:51: Bei Plüvinell waren wir dann ja sechzehnundertzwanzig, zweienzwanziger.
00:23:56: Und die deutsche Übersetzung erschienen Barbara?
00:23:58: Welches Jahr war das?
00:23:59: SechsundzwanzIG
00:24:04: wurde nicht royal nochmal überarbeitet ums Dreifache sogar aufgestockt von einem Übersetzer.
00:24:13: Da ging es ja darum, den König und die Reiterei.
00:24:18: Es ging ja um die Darstellung.
00:24:20: Es gingen glaube ich nicht um die Inhalte gut.
00:24:23: Die waren auch wichtig aber es war die Darstellung einer Kunst.
00:24:27: Und das wollte man auch als Kunst lassen, während Crisone ein ehrlicher Ausbilder war der ganz klar er auch nicht diese schmeichelhafte Sprache hatte.
00:24:36: wenn man drei Königen gedient hat, ich glaube dann ist man ein sehr galanter und sehr kluger und sehr diplomatischer Sprecher.
00:24:45: Und da spielt sich auch der Mannich Royale ja immer wieder wie die drei Herren miteinander mit großer Ehrfurcht umgehen und sich um tanzen sage ich jetzt mal.
00:24:54: Und Crisono war einfach ein ehrlicher Reitmeister, der ja keinem schmeicheln musste und er hat das Klare ausgedrückt.
00:25:05: Wenn ich jetzt sage, ob manche Darstellung der Pferdausbildung.
00:25:09: Jeder weiß, wenn man mit Plaren arbeitet.
00:25:11: Pferd ist ein Flucht-Tier und man nimmt ihm jegliche Fluchtmöglichkeiten.
00:25:16: Dann beschreibt ja auch plüvinell das er Plantkappen verwendet, dass er die Pferde also mit Plantklappen blind macht damit sich noch besser auf ihn hören.
00:25:25: Das sind natürlich Sachen, wenn wir die heute hören denken wir Hoppla.
00:25:29: es wird aber so elegant dargestellt, dass man nicht so stolpert Der sagt es ganz klar mit der Katze oder so.
00:25:37: Da sieht man einfach, wie ein Werk nicht manipulierend wirken kann.
00:25:45: aber wie Ausbildungsmethoden die wir heute mit erschrecken sehen würden so fein dargestellt werden dass man darüber liest sag ich.
00:25:58: Man nimmt das wahr Und so ist es dann in der Öffentlichkeit, dass Plüvinell immer als der sanfte Gute und wunderbare Reitmeister dargestellt wird.
00:26:09: Wenn man sich die Gruppverstiche genau ansieht, dann sieht man schon manchmal ein bisschen Panik in den Pferden.
00:26:13: Man sieht sehr viele Gärten- und Möglichkeiten wie die Pferde in die Kobette gebracht werden usw.
00:26:20: Also ... Es wird halt verschönt!
00:26:24: Dadurch sind wir mit ihm sehr viel sanfter als mit dem armen Crisono,
00:26:30: Wobei man ja auch sagen muss, Grisones Buch an sich ist ja gar nicht.
00:26:33: Es war halt wirklich die Arbeit der Übersetzer.
00:26:38: Die deutsche Übersetzung ist die falscheste überhaupt so dass viele sagen es ist gar nicht meine eigene als Übersetzungen zu bezeichnen weil es halt Dinge zugefügt wurden alles falsch wiedergegeben, zum Teil wirklich völlig unzutreffend übersetzt wurde.
00:26:56: Und die Plyvinell-Übersetzung auch wenn wir versucht haben das in noch etwas gefälligere Form zu bringen ist ja trotzdem schon sehr gut muss man sagen.
00:27:03: Das ist wirklich von diesem Französischen ins Deutsche... ...sechzehnhundert sechsundzwanzig!
00:27:09: Das ist schon beeindruckend wie wenig das heute abweicht.
00:27:13: Man versteht einige Worte nicht mehr weil wir halt anders sprechen.
00:27:16: aber es ist nicht so grundfalsch und es steht ja auch schon nebeneinander Bei Grisone, das hat es da noch nicht gegeben.
00:27:23: Dass man den Originaltext neben dem übersetzten Text daneben stellt so dass Sprachkundige halt auch vergleichen konnten und das gab es eben für die Lior Dini überhaupt nicht.
00:27:37: Ja, sodass es dann dazu kam und trotzdem wurde es zu der Zeit gelesen wobei das Buch von Grisonne sogar nach dem Erscheinen von Manejo Royale erst größere Verbreitung erfuhr Und das ist schon ganz interessant.
00:27:53: Wenn man jetzt dann mal auf diese Pillaren schaut, für die hier vielleicht nicht so bewandert sind... Also ein Pillar ist eben einen Fosten der fest in den Boden gerammt wird und das Pferd wird halt dran angebunden damit es erstmal jetzt sagen wir mal ganz einfach Berührungen zulässt und nicht weckern.
00:28:09: er hat das nicht am Gebiss gemacht sondern an einem eigens erfundenen Cupzaun, der aus einem ziemlich stabilen Seil bestand Ich glaube auch ziemlich aus einem Stück.
00:28:18: Erinnert so ein bisschen an Bootsanlegen, denke ich immer so.
00:28:24: Natürlich wenn die Pferde das dann akzeptiert hatten, glaube ich dass sie nicht zu brutal waren sondern sonst ist ein Pferd ja auch nicht mehr in der Lage zu lernen und Dinge auszuführen.
00:28:35: aber ich glaube der Anfang... naja das war schon ein gewisses Zähmen noch nicht so ausbilden!
00:28:42: Ja dann kam halt zwei Pilaren Aber das hat sich ja nicht so durchgesetzt mit diesen Pylern und Pillaren.
00:28:48: Eine Zeit lang wurde das beibehalten, man sieht es auch in vielen Abbildungen – zum Beispiel an der spanischen Hofreitschule oder auch in Lissabon stehen noch Pillaren aber mehr als Show-Element.
00:29:01: Ich habe noch nie gesehen dass ein Pferd wirklich angebunden dazwischen war.
00:29:04: trotzdem wird's das wahrscheinlich hier und da noch geben.
00:29:06: Barbara was hältst du von den Pillarenarbeit?
00:29:10: Also, ich möchte mein Yukase zitieren.
00:29:13: Der von der Pilarenarbeit nicht viel hielt weil er einfach sagt Ich will meinen Pferd auf meine Schenkel und auf meine Zügelhilfe abrichten Und Er hat mit den Pilaren nicht mehr gearbeitet und hat da auch nicht geringschätzig aber sehr dagegen argumentiert.
00:29:33: ein Pferdd ist ein Fluchtier die Flucht nehme, indem ich rechts und links anbinde.
00:29:39: Dann ist ein Pferd ohnmächtig!
00:29:41: Das heißt wenn ich das mache dann muss sich das mit der höchsten Sensibilität machen und loben, loben... Und das Pferde soll ja einfach verstehen, sich zu erheben im Vorderwein oder um den Pilar herum in eine Längsbiegung gehen.
00:29:59: und dann meine ich da gehört sehr viel Geduld, sehr viel Wissen über die Psyche und ich glaube auch, dass man nicht das mit jedem Pferd machen kann.
00:30:11: Sondern man braucht ein Pferde was nicht in Panik gerät, was dann nicht apathisch wird.
00:30:17: Also ich würde es keinem Amateur und auch ganz sensiblen Profis nur an die Hand geben.
00:30:25: Und ich glaube wir sind heute weiter und da wir ja auch nicht mehr den Krieg ziehen müssen können wir ja mal vielleicht dem Pferden die Zeit geben sich ein bisschen mehr auf unsere Hilfen einzurichten und keinen Sekundenhorsam und keine Abrichtung zu haben.
00:30:39: Wenn man dann denkt, dass er in vier Tagen diesen Bonit gezähmt hat?
00:30:45: Ja!
00:30:46: Dann denke ich auch da hat es schon mal geraucht.
00:30:49: Und also Pilare mit aller Vorsicht und ich sage heute warum?
00:30:53: Warum brauchen wir das?
00:30:54: Wir haben viel bessere und ich sag mal mit dem fährt zusammen erarbeitende Muster.
00:31:03: Also ich würde jetzt, glaube ich mit dem Pilar nicht arbeiten wollen.
00:31:06: Ich würde mir das auch nicht zutrauen und möchte meinen Väter nicht in eine Not
00:31:11: bringen.".
00:31:12: Zumindest nicht festgebunden wenn man sich dann Newcastle – die jetzt noch nicht so bewandert sind mit den anderen Reitmeistern oder einen sehr berühmten Reit-Meister aus England der den Pilaren oft aber benutzt als eine Art Gedankestütze.
00:31:29: Dass der Reiter sagt, in welche Richtung stelle ich mein Pferd oder wohin reite ich?
00:31:33: Da finden wir Ähnliches heute trotzdem noch im Bereich Working Equitation.
00:31:39: Dass sich der Reitern einen Blickpunkt sucht ein Wendepunkt oder etwas wo er darauf zureitet und was eben nicht so tief ist wie jetzt nur ein kleiner Kegel auf dem Boden Das durfte ich ja selber barbereit, das hattest du ja mitgeholfen bei uns zu organisieren.
00:31:52: Mit einem Kursmahlbalt oder einen Seminar bei der Angelika Graf.
00:31:59: Genau was das für ein Unterschied macht wenn man etwas hat in Augenhöhe wie so'n Pfosten und die Pferde nehmen es auch wahr also als Fixpunkt den man eben anreitet oder umreitet drum herum reitet glaube ich, hat das schon einen gewissen Wert.
00:32:15: Weil die Pferde sich das auch merken.
00:32:16: und wenn ich jetzt zwei Pilaren habe und mache immer dazwischen die Piaffe zum Beispiel und versuche so dass es auf Höhe meines Schenkels ist oder dass das fährt das ein bisschen als Augen ja Augenhalte Linie so ein bisschen versteht und danach natürlich lobe dann glaube ich hatte es schon auch heute noch sein wert.
00:32:38: das anbinden würde ich jetzt auch eher Denke ich ablehnen.
00:32:42: Im Westernbereich gibt es auch so was mit dem Einzipilar, dass sie dieses Stoppen üben und die sind festgebunden.
00:32:48: Und dann kommt der Zuruf kurz bevor die Longe ansteht.
00:32:51: Habe ich mal irgendwo auch gelesen.
00:32:53: Finde ich jetzt auch nicht ganz nachahmswert.
00:32:56: Das kenne ich nicht!
00:32:57: Aber was ... Ich denke, was man unterscheiden muss bei Blüvinell?
00:33:04: Er hat die Pferde abgerichtet.
00:33:08: Und er hat zum Beispiel Was faszinierend ist, das Pferdepalette.
00:33:14: Wenn man sich durchliest, welche Aufgaben da geritten werden... Das ist unglaublich!
00:33:19: Da habe ich nie gesehen in der spanischen Hofreitschule nirgendwo eine Brillanz der Reiterei.
00:33:29: Es waren ja sechs Ritter, es waren sechs Knappen und es waren dreißig Rösser da.
00:33:38: Und vierundzwanzig Paarschen und es war ein zweitausend Zuschauer.
00:33:42: aber wenn man sich die Figuren anschaut dann denkt man das ist ja unglaublich was er in seiner Ausbildung geleistet hat.
00:33:50: Dann sagt er zum Schluss ganz stolz er sagt dass diese sind nur Zier Alle Figuren des Balletts zu Pferde, welches ich in weniger als zwölf Tagen vom Anfang bis zur Vollendung einstudiert habe oder wurde.
00:34:05: Das heißt die waren fertig damit, also die waren schon ausgebildet.
00:34:09: und dann dabei ist besonders anzumerken dass einer unter den sechs Rittern seit weniger als einem Monat auf einem Pferd saß und ein anderer unter den Sechs Schildträgern niemals einen Rost zu tummeln gelernt hatte.
00:34:23: Dennoch wurde kein Fehler gegangen Sondern alle machten es über die Maßen gut und zum großen Vergnügen von mehr als zwei tausend Zuschauern.
00:34:31: So, wenn ich ein Anfänger auf einen Pferd setze was solche Figuren mit Corbett und allem was sie gemacht haben kann dann kann das das Pferde aber nicht der Reiter.
00:34:44: Und da ist er auch sehr ehrlich und unterscheidet dann zwischen dem eleganten Reiter und dem guten Reiter.
00:34:55: Also er unterscheidet, wer also praktisch elegant auf dem Pferd sitzt.
00:35:00: Das ist der elegante Reiter und der gute Reiter ist aber der, der ausbilden kann.
00:35:05: Und da sehe ich dann so ein wirklich vollständig interessiertes oder abgerichtetes Pferde und dann setze ich jemandem drauf und dann sind die Sachen abrufbar weil das Pferden so geschult ist dass er einen der mal jetzt gerade vier Wochen auf den Pferdsit glänzen lässt.
00:35:22: Ich meine was ist das für Für eine Ausbildung, Respekt muss man sagen.
00:35:28: Ja und eigentlich das was heute von vielen Profis auch erwartet wird oder auch erwartet wurde ja dass sie gerade so.
00:35:35: nach dem Krieg als es losging mit den Turnieren war's ja auch sehr üblich dass die Damen häufig ihre Pferde zumindest im Dressursport nicht selber ausbildeten sondern das war so das Prinzip des warmen Sattels hieß das?
00:35:49: Dass die also vorbereitet waren Und dann halt die jeweilige Dame, die Turnierpreise erreiten konnte und das Lob einheimsen durfte.
00:36:02: Man hatte seinen Reitmeister, seinen Bereiter, Ausbilder ... an der Seite.
00:36:08: Das wurde dann schnell erkannt und auch abgestellt, dann durfte man das nicht mehr.
00:36:12: Man durfte keine Handarbeit mehr machen vom Boden aus.
00:36:16: Es wurde streng geregelt, wobei wenn man fährt zu Hause in Vollbericht hat und gute Ausbildung, dann hält es vielleicht mal über den einen oder anderen Turniertag.
00:36:27: Also das ist heute noch bekannt!
00:36:30: Ja, da war irgendwo Vorreiter und eins muss man ja auch sagen.
00:36:34: Was können wir jetzt ein bisschen dazu kommen was man heute aus der Lektüre dieses Buch ist?
00:36:41: Und wenn man sich damit beschäftigt, was nehmen wir so mit?
00:36:44: Die Pilarenarbeit ist es eher nicht aber ich für mich habe mitgenommen Wenn man etwas wirklich kann und da drin gut ist dann wird man gebraucht Und dann kann man, ob das jetzt der eine König ist oder der andere.
00:37:00: Dann ist man in doch sehr angesehenen Kreisen unterwegs und ich denke plüvinell hat sich – weil die Reiterei sicher weiterentwickelte und die Pferde und Ansprüche – also auch jemand gewesen, der nicht stehen geblieben ist sondern wirklich immer in der Zeit zu Hause war, in der er gerade gelebt hat und sich angepasst hat, an die Bedürfnisse.
00:37:22: Und seinen Können auch geschickt eingebracht hat?
00:37:26: Also mich fasziniert die Genauigkeit!
00:37:29: Mich hat wirklich dieses Pferdewallett faszineert.
00:37:33: Das ist wie ein Theater-Stück, wird das aufgeführt... ...und das hinzukriegen mit dreißig Pferden und dann sich nicht zu plamieren und den König noch gut dastehen zu lassen ein Pferd auszubilden, auf dem der König sitzt und nicht nur bei der Parade vorne wegreitet.
00:37:53: Sondern der das Pferddummelt auch in der hohen Schule.
00:37:59: Ich hätte ja Herzrasen als Ausbilder.
00:38:01: Stellt euch mal vor wenn Putin von seinem Pferda gefallen wäre oder Kim Jong-un, der da auf dem Schimmel galoppiert als großer Herrscher weil das pferdt immer einen Herrscherdasche und er plumpst runter.
00:38:12: dann möchte aber nicht die Ausbildung sein Und diese Exaktheit der Ausführung, die er immer wieder wiederholt bis es klappt.
00:38:20: Diese Disziplin finde ich schon sehr faszinierend!
00:38:24: Es war wahrscheinlich auch ganz wichtig, wenn man jetzt so seine Schüler anschaut.
00:38:30: Alles doch selbstbewusste junge Männerartige die sich nicht viel sagen lassen mussten im normalen Leben.
00:38:37: und man kommt noch mal zu den Musketieren.
00:38:40: da ging es ja auch sehr viel darum dass man eigentlich die Duelle verboten hatte.
00:38:44: aber die waren ja ständig darauf aus sich zu dualieren sich zu übertrumpfen Und ich denke, das ist auch ein Grund warum man dann gesagt hat.
00:38:51: Plüvinell hat eher dieses sanfte und geduldige und ruhige ja eigentlich gefordert weil die Menschen einfach anders drauf waren.
00:39:02: Die kannten ja Giotine und Köpfen und Duell und los geht's!
00:39:07: Jetzt sollten sie Disziplin lernen und auch tanzen und schöne Kleidung so dass wahrscheinlich dieser Zirkel, dieser Reiter-Zirkel auch dafür da war dass man eben normal miteinander redete und sich nicht gleich an den Kragen wollte.
00:39:22: Es ist auch finde ich was was man mitnehmen kann das reiten ja was es wo verschiedene soziale Schichten miteinander umgehen aber auch verschiedene Weltanschauungen, verschiedene Kulturen.
00:39:33: Das erleben wir heute im Sport, dass es an sich keine keinen Sport gibt der so viele Altersgruppen und Nationen und kulturelle Hintergründe verbinden kann, wie die Reiterei.
00:39:47: Die Akademie, die er gegründet hat in Paris war eigentlich auch dazu da – also es waren nicht nur die Reidkunst sondern es ging auch um den Erhalt der höflichen Umgangsform.
00:40:00: Und das kommt in diesem Drehalog ja auch heraus.
00:40:04: Erst zuhören können, der Respekt Voreinander die Eleganz der Sprache, ohne stark zu schmeicheln.
00:40:14: Und da ist Plüvinell.
00:40:15: wenn man ihn liest er ist so gewandt und deswegen sind wir ihm auch ein bisschen auf dem Leim gegangen meine ich dass der besonders gute ist.
00:40:25: und wenn man jetzt mal sich die Kupferstiche genau anschaut dann denke ich ja Nein, also Grison ist einfach nicht gut, dass über Kursone geschimpft wird und Bluvinel wird so angehoben.
00:40:38: Er konnte es sehr geschickt darstellen und hat eigentlich ja die Reiterei, der Reiterei Klanz – sehr viel Klansverliehen, was du davor gelesen hast, was man allein anziehen soll.
00:40:52: Das ist ja bühnenreif!
00:40:55: Und die Pferde waren sicher auch gut frisiert.
00:40:58: Das waren Theaterstücke, die vorgeführt wurden zum Glanz des Königs.
00:41:03: Und das wurde sehr gut in der Manaiich-Royale dargestellt.
00:41:06: Also besser geht's nicht, finde ich.
00:41:08: Absolut und zeitliche Einordnung noch mal.
00:41:12: Ludwig XIII war ja dann der Vater des Sonnenkönigs also es war er noch aufsteigen diese hüffische Entwicklung.
00:41:21: Dann kam auch der Höhepunkt mit Versailles usw.
00:41:25: Denke ich mal plüvinell schon in eine gewisse Weise auf den Weg gebracht.
00:41:30: Vielleicht haben wir noch ein schönes Zitat, Bauer?
00:41:34: Hast du irgendwas was du uns noch vorlesen oder vortragen kannst?
00:41:40: Ja also vielleicht der Unterschied zwischen einem eleganten und einem guten Reiter.
00:41:46: Also der König fragt Macht ihr denn einen großen Unterschied zwischen einem eleganten und einem guten Reiter?
00:41:54: Und da sagt Povinell, ja es hier.
00:41:57: Um ein eleganter Reiter zu sein braucht man nur Augen, Ohren und das Gedächtnis zu gebrauchen mit den Augen zu schauen, mit dem Gehör fleißig die Lektionen zu merken und dann dieselben im Gedächten behalten.
00:42:11: Wer aber ein guter Reiter sein und Schulpferde abzurichten sich unterstehen will muss seiner Zuneigung, Stärke und Disposition des Leibes folgen.
00:42:23: Darüber hinaus gehört für nämlich – und vor allen Dingen das Judizium.
00:42:28: Das Judizum ist die Urteilskraftanmerkung von mir.
00:42:34: Dazu also gehört vor allem Degen das Judizium dazu ein Graut dass nicht in jedermanns Garten wächst und wovon die Apotheke ein für viel Geld sehr wenig zu geben pflegen.
00:42:46: Ein Naher mag zwar ein gutes Gedächtnis haben, hingegen aber kein Judizium.
00:42:50: Welches die fürnimmste Gabe ist?
00:42:52: Um also ein eleganter und guter Reiter zu sein – was der Zweck eines vollkommenen Reiters ist – braucht man das Judizio zum Beispiel.
00:43:01: Also das finde ich eine sehr schöne Art auch nochmal zu sehen wie gesprochen wurde.
00:43:09: Toll!
00:43:10: Ja, also ein sehr intelligentes, gutes Buch was uns so zurückversetzt in diese Ziererei des Hofes und die Manhiriertheit des Hofs, die Eleganz des Hof es das nochmal so alles aufblühen lässt.
00:43:26: Vielleicht die kleine Blendung dadurch dass manche Ausbildungsmethoden nicht so gut waren wie so dargestellt waren.
00:43:35: also er spricht aber auch immer wieder das Pferd lobenlobenlobens muss ich jetzt auch sagen.
00:43:39: immer wieder Das Pferdd besämpftigen und also da sprichte auch drüber Aber der Glanz des Hofes und das Königs wird dargestellt.
00:43:48: Und wir lernen trotzdem einiges über die damalige
00:43:51: Pferdausbildung.".
00:43:53: Ja, und wenn man so diese Detailverliebtheit ansieht dann denke ich doch es ist üblich war sich wirklich Zeit zu nehmen und dass was man heute so Achtsamkeit nennt ja also dieses geduldige und achtsame und wirklich auf Kleinigkeiten achten und nicht über irgendwas hektischen weggehen.
00:44:12: Und tatsächlich ist es ja so, dass man manchmal dann insgesamt schneller vorankommt an diese vier Tage.
00:44:19: Ich weiß nicht ob ich da so dran glauben soll?
00:44:22: Ich glaube schon, wenn er das Pferd alleine ausbilden durfte, was auch immer gemacht hat und ... Das muss ja immer gar nicht was Schlimmes sein, wenn ein guter Reiter einen Pferd arbeitet und hat mal so eine Woche für sich.
00:44:36: Und das Pferde begreift in dieser Zeit, was es machen soll.
00:44:38: Dann bietet es nachher auch einem Reiter mit etwas unklareren Hilfen das viel einfacher an weil's erstmal verstanden hat, was der Mensch will.
00:44:46: und die meisten Pferder entscheiden sich dann zu kooperieren und nicht wollen ja gar nicht so kämpfen.
00:44:51: Und deswegen wird es den Adeligen dann schon wie ein Wunder vorgekommen sein, wenn sie wieder kamen und auf einmal machten die Pferde mit Leichtigkeit das was von unten verlangt wurde.
00:45:03: Ich schätze Plüvinell auch so ein, dass er von den Reitern eben das forderte, wovon er wusste, dass es ihm geht.
00:45:10: Und jemandem mit einem guten Gefühl aus der Reitbahn hat gehen lassen... Das ist schon mal was!
00:45:17: Auch wenn man hier oder da über Ausbildungsdetails diskutieren kann, glaube ich schon.
00:45:21: Das ist ein super Profi gewesen in seiner Zeit.
00:45:25: Absoluter Profi!
00:45:26: Sehr professionell.
00:45:29: Wer drei Königendienten muss geschmeidig und professionell sein –
00:45:35: unschamant.
00:45:36: Und hat es von der Pieke auf gelernt?
00:45:38: Weil diese Schlachten gerade mit den ersten Heinrichen.
00:45:41: das war mit Sicherheit nicht immer ein Spaziergang.
00:45:45: In
00:45:46: diesem Sinne würde ich sagen, Barbara.
00:45:48: Wir verabschieden uns so langsam und ziehen mal unsere goldgerenderten Handschuhe an.
00:45:55: Jedenfalls!
00:45:56: Also, ich hoffe wir haben euch neugierig gemacht auf die Maniche Royale und dass man das als Bilderbuch sieht wie es damals war.
00:46:05: Und ja... Es ist schon ein schöner Spiegel dieser Zeit.
00:46:10: Das hat der Plüffinell fantastisch gemacht.
00:46:12: Danke fürs Zuhören.
00:46:14: Dankeschön und auf Wiederhören.
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