Barbaras Erfahrungsschatz: Entwicklung der Pferdeosteopathie

Shownotes

In dieser Podcastfolge sprechen wir darüber, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Profireitern und Pferdeosteopathen entwickelt hat und welche Bedeutung sie heute hat. Barbara gibt Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und erzählt, wie es zur Gründung der Fachschule für osteopathische Pferdetherapie kam. Außerdem geht es darum, welche Voraussetzungen und Schritte notwendig sind, um Pferdeosteopath zu werden, und welche Herausforderungen und Chancen dieser Beruf mit sich bringt.

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00:00:18: Hier geht es wieder Titel schon verrät, um Erfahrungsaustausch, auch Meinungsaustausch, Und es gibt bestimmt den einen oder anderen wertvollen Tipp, ganz sicher jede Menge Input.

00:01:11: Und ja, legen wir mal los und viel Spaß beim Zuhören.

00:01:17: Barbara, wer bist du?

00:01:20: So lautet unsere erste Folge oder die erste Folge.

00:01:26: Ja, um einzusteigen, erzähle ich erst mal, dass wir uns seit deiner Zeit kennen, vielleicht auch seit deiner Zeit.

00:01:34: Und ich war bei Dr.

00:01:36: Klimke in Münster als Bereiterin angestellt.

00:01:39: Er hatte einige Hängste in Ausbildung genommen und deren Besitzerinnen, die hatten dich um Hilfe bei der Anpassung neuer Sättel gebeten.

00:01:47: Und am Anfang war ich etwas skeptisch und fand es auch etwas anmaßend, weil ich einfach gedacht habe, Dr.

00:01:55: Klemke, der hat ausreichend Settel zur Auswahl, auch gute.

00:01:58: Und er wäre ja sicher in der Lage, jedem Pferd einen entsprechend gut sitzenden Settel auszusuchen.

00:02:06: bin überhaupt so ein bisschen so aufgewachsen und groß geworden in der Reiterei, dass es ja erst mal auf den Reiter ankommt und gar nicht so sehr auf den Sattel.

00:02:14: Und es gibt ja diesen Spruch ein guter Reiter, der kann in jedem Sattel reiten und jedes Pferd reiten und dann den Spruch vom Bauern, der nicht schwimmen kann mit der Badehose.

00:02:25: Und na ja, da war ich jedenfalls etwas misstrauisch.

00:02:28: Das gebe ich heute auch ganz offen zu.

00:02:31: Aber Dr.

00:02:31: Klemke, der hatte gar keine Vorurteile oder Berührungsängste.

00:02:36: Und er fühlte sich auch überhaupt nicht angegriffen.

00:02:40: Und das war etwas, was ich von ihm gelernt habe.

00:02:44: Dass es einfach wichtig ist, aufgeschlossen zu sein, neugierig zu bleiben.

00:02:48: Und trotzdem der eigenen Linie treu.

00:02:52: Und man lernte bei ihm im Stall ja noch den einen oder anderen Experten kennen.

00:02:58: Er war also wirklich sehr neugierig.

00:03:01: Linda Tellingen kam auch einige Male.

00:03:03: Das war auch sehr interessant.

00:03:05: Aber eben diese Aufgeschlossenheit und Neugier und auch diese Lernbereitschaft hast du ja auch.

00:03:11: Und das habe ich schon anfangs wahrgenommen und wahrscheinlich hast du am Anfang auch mehr dazu beigetragen, dass wir uns dann näher kennengelernt haben.

00:03:20: Du bist selbst Reiterin, Ausbilderin von zahlreichen Pferde- und Hundeterrapeuten.

00:03:26: Ich formuliere das jetzt bewusst mal ziemlich allgemein.

00:03:29: Da können wir gleich noch näher drauf eingehen.

00:03:32: Du hast viele eigene Tiere, nicht nur Pferde und du bist mir seit vielen Jahren nicht nur eine sehr gute Freundin, sondern auch Ratgeberin und ohne dich wäre ich reiterlich sicherlich nicht das, was ich heute bin.

00:03:44: Du hast mehrere Bücher geschrieben und du bist außerdem Hörbuchsprecherin und bist noch ganz vieles anderes, was ich jetzt noch nicht aufgezählt habe, wo wir auch noch ein bisschen näher drauf eingehen können, vielleicht nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Ausgaben.

00:04:00: und Ja, also du bist eine Pferdefrau, die inzwischen über viele Jahrzehnte hinweg ein Erfahrungsschatz angehäuft hat, den wir heute so ein bisschen näher beleuchten.

00:04:11: und ja, wir wollen uns mal das eine oder andere zurück erinnern, was so dein Lebensweg bis in die neunziger Jahre angeht.

00:04:23: Da warst du ja schon länger im Geschäft, wie man so schön sagt.

00:04:26: Und vielleicht mal bis so, neunundneunzig, wie war dein Weg bis dahin?

00:04:33: Also jetzt möchte ich vorab bemerken, als wir uns kennenlernten bei Klimke, habe ich deine Zurückhaltung äußerst gespürt.

00:04:42: Und ich habe einfach nur gedacht, Schnäpfe, muss ich dir jetzt mal ehrlich sagen, hab ich sonst nicht gesagt.

00:04:48: Weil du hast mich so distanziert angeguckt und ich wollte ja nur meinen Job machen, aber du hast so... Ja, fast böse gekrummelt.

00:04:58: Gut, du musst es mich dann arbeiten lassen.

00:05:00: Und dann habe ich nur gedacht, wir werden wahrscheinlich nie Freunde.

00:05:04: Und jetzt ist es doch ganz anders gekommen.

00:05:07: Aber das war mein Eindruck von dir.

00:05:09: Und jetzt ist es so eine herzliche Verbindung.

00:05:12: Das stimmt.

00:05:13: Ja, so geht die Geschichte.

00:05:16: Was habe ich gemacht?

00:05:17: Ich habe nach dem Abitur nicht studiert.

00:05:20: Ich wollte eigentlich Sport studieren und habe dann aber überlegt, dann an meine alte Sportlehrerin gedacht, die dann mit sixty-fünf immer noch in der Sporthalle stand und in die Hände klatschte und sagt, eins, zwei, drei Pöder hoch.

00:05:31: Und habe ich gedacht, das tue ich mir nicht an.

00:05:32: Sport ist schön, aber nicht andere darin zu unterrichten.

00:05:36: Und ich habe immer geritten.

00:05:37: und dann habe ich gedacht, gut, dann werde ich Reitlehrerin.

00:05:39: Das haben meine Eltern nicht so gut gefunden.

00:05:43: Ich bin dann nach dem Abitur zur Hengsleistungsprüfung nach Bad Bevensen gegangen.

00:05:48: Klosterhof-Medingen bin da mitgeritten und habe das erste Mal professionellen Umgang mit Pferden erlebt, der mir so nicht gefallen hat, weil ich aus einem sehr geschützten Rahmen kam.

00:05:59: Und da war aber eine Physiotherapeutin und die machte therapeutisches Reiten.

00:06:04: Und das gefiel mir, weil ich fand, das Pferd wird nicht verbraucht, das wird gebraucht, aber nicht verbraucht.

00:06:13: Und die Menschen hatten so eine Freude, auf dem Pferd zu sitzen und hatten so einen Stolz.

00:06:18: Dann habe ich gesagt, okay, das mache ich.

00:06:20: Ich werde Physiotherapeutin.

00:06:22: Ich habe gar nicht an die Menschen gedacht.

00:06:23: Ich habe gedacht, wunderbar.

00:06:26: Die Krankenkasse bezahlt mir das Pferd und alle können drauf reiten.

00:06:31: Und fand das also einen guten Weg.

00:06:33: Hab zu Hause angerufen.

00:06:34: Ich sage auf mit der Reitlererei.

00:06:37: Ich werde Physiotherapeutin.

00:06:38: Meine Eltern waren froh.

00:06:40: dann musste ich noch ein Jahr auf dem Reithof arbeiten, bis ich meine Ausbildungsplatz bekam an der Uniklinik in Köln.

00:06:46: Ich habe dann die Physiotherapie gemacht.

00:06:54: und dann hat mich dieser Beruf gefesselt.

00:06:56: Also Physiotherapie ist ein wunderbarer Beruf.

00:06:59: Und ich war eine junge Frau, wir hatten viele Leistungssportler.

00:07:03: Ich habe von Bayer Leverkusen die Sportler betreut, vom ersten FC, von Saturn Basketball.

00:07:10: Und ich habe den Beruf geliebt.

00:07:12: Und ich habe dann den Reitlehrer vergessen.

00:07:15: Und in dem Jahr fourn, bin ich wieder zurück zum Pferd.

00:07:19: Ich hatte eine eigene Praxis, hatte dann auch wieder ein eigenes Pferd und hab dann gedacht, ah, du wolltest doch eigentlich die Hypotherapie machen und hab dann bei Professor Rommel in Wildbad die Hypotherapie gemacht und hab das mit dem Professor Plüver hier in Refrath gemacht über vier Jahre.

00:07:37: Und ja, dann merkte ich, dass Pferde auch Rückenprobleme hatten.

00:07:42: Und ich war dann gleichzeitig in einer Ausbildung als Tomatenphysiotherapeutin.

00:07:48: Und ... Da hört ich das erste Mal, dass es sowas auch für Pferde gibt.

00:07:52: Und das fand ich toll.

00:07:53: Dann habe ich ein Projekt gestartet.

00:07:56: Das hieß Equino Fit.

00:07:58: Da habe ich hieß das Rückenbehandlung oder Rückenschmerzen bei Pferden.

00:08:03: Und das war ein absolutes Novum, dass Pferde auch Rückenschmerzen haben.

00:08:08: Ausgelöst durch ein Sattelglaube in meinem Pferd.

00:08:11: Ich hatte so einen schönen Alten.

00:08:13: Frauen stippen und das Pferd lief damit.

00:08:15: Und dann war Sattelklau und mein Stippen blieb hängen als einziger Sattel.

00:08:19: Und da war ich etwas beleidigt und habe gesagt, irrtfüllige neuen Sattel haben.

00:08:22: Ich will auch, wenn mein Sattel noch nicht mehr geklaut, noch nicht mehr geklaut wird, dann ist das ja nicht so schön.

00:08:27: Und dann habe ich einen neuen Sattel bekommen und damit ging eigentlich meine osteopathische Geschichte los, weil mein Pferd an Rückenschmerzen zeigte, attaktlich ging und so weiter.

00:08:39: Und dann habe ich gedacht, das ist wirklich ein ernstes Thema.

00:08:43: Und dann habe ich die Pferde-Osteopathie Ausbildung gemacht.

00:08:47: Die fand ich auch sehr gut, weil bei der Skalifra alleine es fehlte das Reiterliche.

00:08:52: Ich kam ja aus der Reiterreich, hatte mein Reitwart gemacht und ich wollte die Pferde nicht nur einringen, sondern es geht ja um die Nutzung des Pferdes.

00:09:02: Und da habe ich gedacht, das ist zu wenig und du musst ein besseres Konzept anbieten.

00:09:08: Und dann habe ich halt ein Ausbildungskonzept.

00:09:10: gemacht, dass auch das Training, die Fütterung, Sattel und alles beinhaltet.

00:09:15: Also bin ich dahin gekommen.

00:09:17: Also gab es in den Ende der neunziger Jahre, gab es also da schon die Fachschule.

00:09:24: Das hier ist damals Ausbildungszentrum und der erste Kurs startete neunzigund machte Examen achtundneunzig, glaube ich.

00:09:34: Physiotherapeuten und Tierärzte.

00:09:36: Wir waren eine ganz kleine Gruppe, weil das ja alles sehr neu war.

00:09:38: Ich glaube, wir waren sechs Mann.

00:09:42: Und in dieser Zeit auf dem Weg dahin, was würdest du heute sagen, wer oder was hat dich am meisten geprägt?

00:09:52: Also eigentlich am meisten meine Erfahrung aus der eigenen Reiterei zu sehen, wo hat das Fertprobleme, in welchem Moment hat das Probleme?

00:10:07: dass ich das Gebäude ablesen konnte.

00:10:09: Also das, was die Osteopathie ja eigentlich sagt, Osteo der Knochen, Pathos der Weg, wenn man es auch so übersetzt, dass man also am Exterieur oder am äußeren Erscheinungsbild eigentlich schon genau sagen kann, wo die Probleme sind.

00:10:25: Ich hatte keinen Lehrmeister, da gab es außer im Pascalifrag keinen.

00:10:30: Aber ich konnte ja von meiner humanen Physiotherapie und Osteopathie seite sehr viel.

00:10:37: mitnehmen.

00:10:38: und vor allen Dingen die biomechanik hat mich dann interessiert.

00:10:41: Also Lehrer hatte ich kein, ich musste sehr autodidaktisch vorgehen.

00:10:46: Es gab zwei Bücher, einmal von Dominic Tignot aus Diopati am Pferd, sehr rudimentär, sehr gut, aber rudimentär und von Jack Maher Pferde am Morgen, das war Stresspunktmassage.

00:10:57: Und mehr Bücher gab es damals noch gar nicht.

00:11:01: Das ist schon beeindruckend, ja.

00:11:03: Also war das wirklich etwas Neues.

00:11:06: und du hast gerade gesagt, das waren oder ihr wart zu sechs in der Fachschule, die ist seitdem ja größer geworden und ist eben vom Ausbildungszentrum jetzt zur Fachschule geworden, also deutlich vergrößert, wie viele Mitarbeiter oder Dozenten?

00:11:22: einige durfte ich ja kennenlernen.

00:11:24: Das sind immer ganz spannende Begegnungen.

00:11:27: Wie groß seid ihr jetzt?

00:11:29: Also wir haben eigentlich ein festes Dozententeam, sagen wir von

00:11:35: acht

00:11:35: festen Dozenten, alle schon lange im Job, gute Praktiker und gute Theoretiker, die die einzelnen Fachgebiete abdecken können.

00:11:48: Und ja, der Bedarf ist einfach gewachsen.

00:11:50: Also am Anfang, als ich fertig war, kannte kaum einer die Osteopathie.

00:11:56: Und ich weiß vielleicht eine Begebung, die ich erzähle, die ich erzählen kann, ist, dass ich einen Termin machen.

00:12:02: Also es rief jemand an und ich war froh, dass jemand anrief, der mich brauchte vielleicht für seine Pferde.

00:12:07: Es war ganz schwer, einen Termin zu bekommen mit ihm, also einen Termin auszumachen.

00:12:11: Und dann kam ich hin und dann hatte er eine eigene große Anlage.

00:12:15: Und dann habe ich gesagt, warum war das denn jetzt schwer mit ihnen Termin zu machen?

00:12:20: Ja, sagt er.

00:12:22: Ich musste warten, dass mein Vater nicht auf dem Hof ist.

00:12:25: Er hätte mir einen Vogel gezeigt, dass ich so jemanden wie sie kommen lasse.

00:12:29: So waren die Anfänge.

00:12:30: Es war also erst mal so ein bisschen mit der Marchete durch den Urwald.

00:12:34: Und jetzt ist es so, dass ja fast jeder seinen Osteopath hat.

00:12:37: Die Osteopathie ist in aller Munde.

00:12:40: Wir haben auch Tierärzte, die uns die ... Patienten zuweisen, arbeiten mit den Tierärzten mittlerweile gut zusammen.

00:12:47: Das war am Anfang auch so ein bisschen schwierig.

00:12:49: Wir arbeiten mit den Sattlern gut zusammen.

00:12:51: Das war auch nicht so einfach am Anfang.

00:12:54: Und das hat sich sehr gut etabliert.

00:12:57: Und die Teilnehmer, die Menschen, die zu dir kommen und sich ausbilden lassen, wenn du jetzt so an die Ende der Neunziger, wo du gerade sagtest, da war das noch gar nicht so verbreitet, wurde dann mehr.

00:13:11: Ich habe das auch so erlebt, dass am Anfang war das schon was eher Exotisches, eine Osteopathin zu holen und inzwischen reden alle von meiner Physiore und da ist das total selbstverständlich.

00:13:24: Aber haben sich die Menschen verändert, die sich von dir ausbilden lassen?

00:13:31: Ganz am Anfang, sage ich mal, hatten wir viele Teilnehmer mit, wenn ich jetzt sage, Stallgeruch.

00:13:40: Also die einen... reiterlichen Hintergrund hatten.

00:13:45: Wir haben auch in den ersten Ausbildungsjahren musste auch ein reiterlicher Test abgelegt werden.

00:13:52: Eine kleine Trissuraufgabe und Springen.

00:13:55: Von dem haben wir dann Abstand genommen, weil wir dann auch Trabertrainer bekamen, Galopptrainer usw.

00:14:01: Da ging das nicht mehr.

00:14:04: Mittlerweile ist es so, dass ich auch lernen musste.

00:14:09: Ich komme aus der klassischen Reiterei.

00:14:11: es so viele Bereiche gibt im Pferdesport und musste mich da auch mit dem E-Slender, mit den Gangpferden beschäftigen, mit den Kutschpferden und mit den, wenn ich sage Mountain Gables, mit den anderen Anforderungen, ich musste mich mit bestern werden, auf einmal beschäftigen.

00:14:31: Also es ist von der klassischen Reiterrei, die wir am Anfang hatten, wo wir praktisch alle, ich sag jetzt mal FN-Laser waren, hat sich das unheimlich aufgefächert und ja, es sind ganz andere Spachten da.

00:14:46: Und das finde ich ganz spannend so für mich.

00:14:49: Das verstehe ich.

00:14:50: Das finde ich auch spannend.

00:14:51: Die FN hat sich ja da geöffnet auch in der Trainerausbildung.

00:14:55: Wir haben einen C-Trainer Barock Reiten und man hat die Island-Reiter mit ins Boot geholt.

00:15:01: oder eben Spezialreiten, Spezialrassen oder Spezialreitweisen.

00:15:07: Weil am Ende ist... Ein Pferd, ein Pferd und so diese Umgang oder Umgangausrüstung und so weiter, da unterscheidet sich ja erst mal noch nicht ganz so viel.

00:15:17: Und auch, ja, ob jetzt das Westernpferd lahmt oder das Tressurpferd.

00:15:24: Am Ende ist eine gute Diagnostik wichtig und nicht aus welcher Sparte das Pferd kommt.

00:15:31: Was ja auffällt, nicht das.

00:15:33: bei den Reitern fragt man sich das dann auch immer wieder.

00:15:36: sind ja überwiegend Frauen, die zu dir kommen.

00:15:40: Einige habe ich ja in den Kursen auch kennengelernt und muss sagen, das waren eher vereinzelte Männer oder ich habe die großen Männergruppen nicht erlebt.

00:15:49: War das Verhältnis anfangs ausgewogener oder war das immer schon so?

00:15:53: Und wie erklärst du dir, dass das überwiegend eben Frauen sind?

00:15:58: Ja, einmal denke ich, dass im Reitsport sowieso, ich weiß nicht, die Prozent sind, man sagt ja, neunzig Prozent der Frauen, die reiten, dass die Männer da unterrepräsentiert sind.

00:16:08: Männer findet man mehr im Spitzensport, dann am Anfang mehr im Westernbereich, da hatten wir dann auch männliche Teilnehmer, aber dann mehr Westernreiter oder Springreiter.

00:16:21: Der Rest sind eigentlich weibliche Teilnehmer.

00:16:27: Vielleicht ist es so, dass uns Frauen vielleicht diese Fürsorge am Pferd oder am Menschen oder am Wesen noch ein bisschen so mitgegeben ist.

00:16:38: Das will ich jetzt ganz vorsichtig sagen.

00:16:40: Aber ich habe so viele reizende Teilnehmer, die auch kommen und sagen, ich möchte das eigentlich für mein Pferd machen.

00:16:48: Also ich hatte nur ein Stipatin da oder ein Tierarzt und irgendwie, das hat mich so fasziniert und ich möchte das selber lernen und eigentlich nur für mein Pferd.

00:16:58: Und oft ist es dann aber, dass diese Teilnehmer dann so begeistert sind und dann auch andere Pferde natürlich behandeln.

00:17:05: Aber viele sagen eigentlich erst mal für mein Pferd.

00:17:08: Und da bin ich immer ganz gerührt, dass man so einen doch sehr achten Weg auf sich nimmt, um seinem Tier Hilfe zu geben.

00:17:17: Ja, ja, also das klingt plausibel und das ... erlebt man ja nicht nur bei erwachsenen Frauen, sondern das ist ja das, was man auch als in der Trainer- oder Reitlehrerausbildung lernt, dass die Mädchen eigentlich dieses sich kümmern, von Anfang an auch mehr genießen, mehr leben und dass das dazugehört und auch gerne gemacht wird und dass man die Jungs am Anfang zum Beispiel gar nicht so sehr zu diesen Putzen und Satteln so sehr heranziehen soll.

00:17:44: Natürlich müssen das lernen.

00:17:46: Aber wenn man die erst mal in den Pferdesport zur Reiterei, wenn man die mitnehmen will und nicht möchte, dass die gleich wieder aufhören, dann soll man die nicht zu sehr zwingen, diese Pflege arbeiten, so intensiv zu betreiben wie die Mädchen.

00:18:04: Oft habe ich das gesehen, dass sie sich nachher halt doch dafür interessieren.

00:18:07: Wenn das so ein bisschen technischeres Verständnis ist, das mögen zum Teil Vorurteile sein, aber in der Praxis kann man schon beobachten, wenn die dann nachher sagen, okay, das fährt lässt sich nicht so gut reiten, vielleicht ist die Trense doch nicht richtig.

00:18:19: Dann sind die Jungs manchmal sehr detailverliebt und dann sind die Mädchen manchmal so ein bisschen schlampig, die ein oder andere.

00:18:28: Dann wird das lieber die nächste Glitzerdecke gekauft, aber nicht die Trense ordentlich verschneidet und gefettet und jedes Riemchen durch jede Schlaufe gesteckt.

00:18:39: Aber gut, man hat da sicherlich Überschneidungen und das sind vielleicht auch dann manchmal einfach so selektive Wahrnehmungen, weil man halt das am Anfang so erlebt hat und dann natürlich das bestätigt haben möchte.

00:18:54: Ja, ich würde ... selber häufig schon von Menschen aus anderen Berufen gefragt, ob man von meinem Beruf gut leben kann.

00:19:03: Also ich bin ja Pferdwirtschaftsmeisterin, habe das also als Ausbildungsberuf erst gelernt und dann halt mich weitergebildet und dann schließt sich die Meisterprüfung abgelegt.

00:19:12: Das dauert relativ lange, bis man da ankommt.

00:19:16: Und es ist ein staatlich anerkanter Ausbildungsberuf.

00:19:19: Ich bin immer so ein bisschen fast geschockt, wenn mich jemand so fragt.

00:19:24: Was das für ein komischer Beruf ist.

00:19:26: Ja und ob man eben davon über die Runden kommt, ob man gut leben kann.

00:19:29: und meistens antworte ich dann, dass natürlich drauf ankommt, was man kann und was man unter gutem Leben so versteht.

00:19:40: Und dass ich diesen Beruf immerhin seit ungefähr dreißig Jahren ausübe.

00:19:44: Und da frage ich mich natürlich, kann man hauptberuflich Pferde-Osteopathin sein und kann man davon leben?

00:19:50: und wenn ja, kann man davon gut leben.

00:19:55: Ich bin das jetzt übrigens nicht, die hier so ein bisschen schmatzt.

00:19:57: Das ist gerade die Susi, unser Hund, die trinkt etwas Wasser.

00:20:01: Also meine Manieren sind ja so schmatzig.

00:20:07: Ja, meine Hunde habe ich ausgesperrt und ich hoffe, dass jetzt keiner grad vorbeikommt, dann ist Geheule.

00:20:13: Ja, man kann davon leben.

00:20:15: Ich würde nur jedem erst mal raten.

00:20:17: Es ist ja keine staatlich anerkannte Ausbildung.

00:20:23: Es ist so, dass ich jedem erst mal rate, auch wenn Eltern anrufen und sagen, ja, meine Tochter möchte oder mein Sohn möchte das machen, dass ich immer rate, einen anderen Ausbildungsberuf zu machen und nebenberuflich mit der Pferdeostiopatie anzufangen, weil es so über, ja, es geht einfach über ja, weitergabe, mündliche Weitergabe.

00:20:47: Also man kann eine Homepage machen, die ist wunderbar.

00:20:50: Das kommt aber, die Reiter gucken da gar nicht so nach, sondern es ist Mundpropaganda.

00:20:55: Und ich sage immer, wenn ihr ein Fett gut behandelt habt, dann habt ihr im nächsten drei Monaten kommender zu zwei und dann multipliziert sich das.

00:21:03: Und wenn man dann anfängt, kann man innerhalb eines Jahres oft, dass man dann auf Halbtagsjob geht oder dass man am Wochenende mehr arbeitet und so fühlt sich das langsam.

00:21:17: Man kann, glaube ich, nicht erwarten, dass man sagt, okay, ich habe die Ausbildung, ich mache jetzt eine Homepage und jetzt kommen alle Reiter zu mir, weil man muss einfach mit der Mundpropaganda rechnen.

00:21:27: Und das ist eigentlich das A und O. Ein gut behandeltes Pferd bringt dir im nächsten halben Jahr vier neue.

00:21:32: So kann man das rechnen.

00:21:34: Und dann kann sich das multiplizieren und dann kann man auch gut davon leben.

00:21:37: Also ich habe viele Teilnehmer, die davon leben.

00:21:40: Ich habe auch Tierärzte, die auch davon leben.

00:21:45: dann ist es natürlich Individualpotenz, wie in jedem Beruf, wie gehe ich mit dem Besitzer um, wie habe ich, ja, wie kommuniziere ich und bin ich natürlich auch verfügbar, dass ich mal am Wochenende am Anfang arbeite.

00:22:01: Also, das ist ein Weg, den muss man halt dann in Ruhe gehen und sage ich auch immer, schaut mal, dass ihr erst finanziell nicht so davon abhängig seid, sondern dass ihr euch das erarbeitet, eure Freiheit und dann habe ich sehr erfolgreiche Teilnehmer, die Ich finde, das ist ja mal nicht so gut davon leben.

00:22:19: Ja, aber das ist gut erklärt und es ist eben nicht nur die Ausbildung oder diese Ausbildungsstunden absolvieren und die Prüfung, sondern es ist tatsächlich, du wächst ja da rein, das ist in der Reiterei ja gar nicht.

00:22:33: anders, dass man auch einfach genug Praxis braucht und Austausch und natürlich auch einen gewissen Umgang mit seinen Kunden und Menschen pflegt, dass die auch wiederkommen und nicht, dass man einmal geholt wird und dann finden die einen doof.

00:22:46: Also es gehört ja auch ein gewisses Auftreten dazu.

00:22:49: Und ja, ich denke, das muss man lernen, gerade wenn man aus vielleicht einem ganz anderen Berufsfeld kommt.

00:22:57: Aber das hört sich auf jeden Fall gut an.

00:23:00: Und Das hört sich auch so an.

00:23:02: Meine nächste Frage eigentlich wäre, ob das auch Zukunftsaussichten hat.

00:23:05: Also ob man jetzt sagt, hat sich das über die Jahre verändert?

00:23:08: Waren die Aussichten früher besser oder würdest du heute immer noch den Weg jetzt so zugehen, wie du ihn beschrieben hast?

00:23:15: Aber würdest du das jemandem raten?

00:23:16: Er sagt, ja, ich möchte eigentlich in den nächsten fünf Jahren dann langsam beruflich umsteigen und lohnt sich das jetzt, sich von dir ausbilden zu lassen.

00:23:25: Schafft man das?

00:23:26: Kann man das schaffen?

00:23:29: Ja, ich denke ja.

00:23:31: Wenn uns die Peter weiter reiten lässt, wird es sicher klappen.

00:23:35: Es hängt halt auch viel davon ab, wie sich der Reitsport entwickelt.

00:23:41: Aber was ich merke, dass die Osteopathen immer mehr dem Pferd zur Seite stehen, fast mehr oft wie, wenn ich das jetzt vorsichtig sage, wie Trainer.

00:23:53: Also wir werden so oft gefragt und ich glaube, dass der Gesundheitsaspekt ein Pferd gesund zu erhalten.

00:24:00: viel, viel mehr, zumindest auch in der Freizeitreiterei, in den Vordergrund rutscht.

00:24:05: Und ich empfinde, dass die Besitzer, die mich fragen, das sind reizende Menschen, die sich um das Wohl des Pferdes bemühen, die auch wirklich bereit sind, mal acht Wochen vielleicht nur Bodennarbeit zu machen oder einen anderen Sattel zu kaufen oder das Pferde nur zu führen.

00:24:27: Also reizende Menschen.

00:24:28: Und ich glaube, das Wohl des Pferdes wird immer deutlicher in den Vordergrund gerückt, mehr manchmal als der sportliche Erfolg.

00:24:37: Deswegen sehe ich da ein großes Arbeitsfeld.

00:24:41: Ja, also, dass einen gewissen Zulauf konnte man ja schon vor vielen Jahren.

00:24:49: beobachten.

00:24:50: Und das ist auf jeden Fall mehr geworden im Freizeitbereich, dass eben Osteopathen oder Physiotherapeuten geholt werden, genau wie auch die Zahnpflege beim Pferd.

00:25:00: Ja, zu einer echten Routine geworden ist, kann man sich immer überstreiten, ob es jetzt immer gut gemacht wird, aber zumindest denken die Menschen dran.

00:25:09: Und diesen Zulauf, den habe ich mir seit vielen Jahren schon damit erklärt, dass man an der Basis halt doch von einem Ausbildermangel sprechen kann.

00:25:19: Und Reiter und Pferdebesitzer eben viel stärker selbst gefordert sind und sich früher Wissen aneignen müssen.

00:25:27: So ähnlich wie du auch, dass man auf einmal merkt, Mensch, der Sattel, der passt nicht.

00:25:30: Wir hatten ja früher wirklich oft noch fest angestellte Vereinsreitlehrer.

00:25:36: Und da war in den Vereinen insgesamt ein höheres Niveau.

00:25:40: Ich habe das alles, das habe ich, hat mir nie jemand wirklich gezeigt, sondern... In unserem Reitverein gab es einen wirklich sehr guten Reitlehrer, der auch menschlich wirklich in Ordnung war.

00:25:50: War noch etwas jünger als die, die du wahrscheinlich noch kennengelernt hast.

00:25:54: Also der hatte keine Kavalaristenart an sich.

00:26:02: Und er hat halt... Man konnte mit allem zu ihm kommen.

00:26:06: Wenn das Pferd ein Einschuss hatte, wurde gezeigt, wie geht ein Riva Null verbannt.

00:26:10: Wenn man einen neuen Sattel kaufte, dann fragte man kurz, ob das in Ordnung ist, ob wie man Bein abtastet.

00:26:20: Und dann lernte man auch wirklich in diesen sehr intensiven Reitabzeichen-Lehrgängen nochmal das, was einem fehlte.

00:26:26: Und man kriegte da wirklich gutes Rüstzeug für die Zukunft, für die Reiterliche mitgegeben.

00:26:32: Und das war nicht nur in unserem Verein, so das kannte ich aus den Nachbarvereinen, da ritten ja auch Freundinnen dann mal in einem anderen Verein oder man lernte sich über die Turniere kennen oder auch über die Fuchsjagden im Herbst, sowas fand ja auch noch regelmäßig statt.

00:26:48: Aber das war eigentlich so, dass Reiter schon ein gutes Basiswissen hatten.

00:26:53: und Ansprechpartner vor Ort in diesen Vereinen.

00:26:56: Und ich habe das so erlebt, dass durch dieses immer mehr Landwirte stellen auf Pferdehaltung um.

00:27:02: Es gibt Selbstversorgerstelle.

00:27:05: Und ja, da war halt nicht immer jemand, den man mal schnell fragen konnte.

00:27:10: Oder man ist halt mal an die falsche Personen geraten, die gar nicht so viel wusste, wie sie vielleicht vorgab.

00:27:20: Anfangs war es tatsächlich so, dass auch bei den Pferdephysiotherapeuten manchmal das eine oder andere schwarze Schaf vielleicht unterwegs war, ist im Trainerlager mit Sicherheit ganz genauso.

00:27:34: Aber inzwischen, finde ich, gibt es sehr, sehr viele, die, wie du schon sagst, mit denen man super zusammenarbeiten kann, die auch viel erkennen und die sich interdisziplinär weiterbilden und dann auch wirklich wertvolle Ratschläge erteilen.

00:27:50: Und nicht selten sagen die dann und das erzählen mir dann Schülerinnen.

00:27:54: Ja.

00:27:55: Und gesagt, ich soll jetzt einfach auch mal reiten und Unterricht nehmen und ich soll an denen und den Sachen arbeiten.

00:28:00: Das sind ja so Übungen, wie wir auch schon gemacht haben.

00:28:02: Und dann bin ich immer ganz froh, wenn das so in eine Richtung geht und denke, irgendwann wird es auch klappen.

00:28:08: Ja, aber wir haben jetzt ein paar mal so Trainer.

00:28:11: Ist trotzdem ein sehr geregeltes, eine sehr geregelte Ausbildung im Amateurbereich und auch natürlich bei den Pferdewirten, wo das ja staatlich geregelt ist.

00:28:24: Die Ausbildung von Pferde-Osteopathen und Physiotherapeuten, die ist noch ziemlich uneinheitlich oder scheint mir das nur so?

00:28:33: Sie ist uneinheitlich, weil jeder... Also du könntest dich heute auch Pferde-Osteopath oder Pferde- Physiotherapeuten nennen.

00:28:40: Das ist ja nicht geschützt, ohne überhaupt eine Ausbildung zu haben.

00:28:44: Ich habe damals, also ich, dann habe ich ans Bildungsministerium geschrieben und sage ungefähr, hey Leute, ich habe hier einen neuen Beruf, das und das will ich haben, ich will das staatlich haben.

00:28:55: Und dann hat das Bildungsministerium zurückgeschrieben, dass das nicht so geht.

00:29:00: Ich müsste erst mal ausbilden.

00:29:02: Dann müssten die Ausgebildeten einen Verband gründen.

00:29:06: Nach dem Verband würde man dann weiter überlegen, ob das ein Ausbildungsberuf ist.

00:29:11: Ich war da völlig naiv.

00:29:12: Ich habe gesagt, ich will eine staatliche Anerkennung.

00:29:15: Das und das ist mein Ausbildungskonzept.

00:29:16: Ich habe ein Curriculum erstellt.

00:29:18: Also ich bekam keine staatliche Ausbildung.

00:29:21: Ich habe dann meinen Konzept markenrechtlich schützen lassen mit den Inhalten, um dann meinen Teilnehmern wenigstens Pferde-Osteopathie nach Wälter-Böller im Examen bestätigen zu können.

00:29:35: Es ist aber immer noch uneinheitlich.

00:29:38: Man kann es im Online lernen, man kann es in drei Wochenenden lernen, vielleicht auch in einem Wochenende.

00:29:46: Das ist schade, weil es ist schon ein Handwerk und das muss erlernt werden.

00:29:53: Und dieses Handwerk erlernt man auch nur durch Praxis.

00:29:56: Das online ist ja alles ganz schön, aber ich muss ans Pferd und ich muss jeden Griff an fünf Pferden üben und ich muss an jedem Griff kontrolliert werden und ich muss ein Feedback haben, ob das jetzt in Ordnung ist, das Gelenk ja oder nein.

00:30:09: Ich muss die Pferdereaktion kennenlernen, ich muss ein Hinterbein halten können.

00:30:16: Ich hätte gerne staatlich organisiert, aber es geht nicht und ich versuche das Beste draus zu machen, aber es ist eben wirklich noch sehr uneinheitlich.

00:30:27: Wenn jetzt jemand zu dir kommt, du hast ja verschiedene Ausbildungen, die man machen kann, weil ja auch die Qualifikationen wahrscheinlich etwas unterschiedlich sind.

00:30:37: Aber vielleicht sagst du mal so, kannst du auch gerne zwei Beispiele nennen, wie lange so eine Ausbildung bei dir dauert.

00:30:46: Und die schließt ja mit einer Prüfung ab.

00:30:49: Was diese Prüfung umfasst.

00:30:52: Also wir haben zwei Ausbildungen, also große Ausbildung.

00:30:55: Das ist einmal für Human, Physiotherapeutin und Tierärzte.

00:30:59: Das sind sieben Präsenz, vierenhalb Tage nenne ich das immer.

00:31:04: Und der Rest ist dann ... mit Eigenarbeit erarbeiten, was gelehrt wird und dann für Nichtmediziner.

00:31:13: Da sind es neun Module, weil wir da die Anatomie noch mal ganz von Anfang an unterrichten müssen.

00:31:19: Und bei den Medizinern ist es ungefähr von den Rhythmen her alle zwei bis drei Monate, das heißt ein Jahr und ein Viertel, bei den Nichtmediziner ein Dreivierteljahr.

00:31:35: Ich muss auch wirklich sagen, die Zwischenzeit muss genutzt werden, um geübt und dass sie üben und dass sie lernen.

00:31:41: Weil es ist kein Seitenmal-Kurs.

00:31:44: Das muss wirklich handfest sein in der Anatomie, in der Biomechanik, in der Pathologie.

00:31:50: Und das muss auch nachgearbeitet werden.

00:31:53: Und wenn jetzt jemand das Gefühl hat, er muss sich länger vorbereiten, kann man das auch strecken über den Zeitraum.

00:32:01: Das kommt mir trotzdem.

00:32:02: noch recht taff vor, wenn jetzt jemand vielleicht noch einen anderen Beruf hat.

00:32:07: Kann er das ausdehnen?

00:32:09: oder ist ein gewisser Zeitrahmen vorgeschrieben?

00:32:12: Eigentlich ist der Zeitrahmen vorgeschrieben, weil der Kurs besteht.

00:32:16: Die Module sind aufeinander aufgebaut und da ist es schlecht auszuscheren.

00:32:20: Es wird auch wirklich gesagt, ihr müsst lernen.

00:32:23: Es ist auch wieder eine Zwischenüberprüfung.

00:32:28: Ja, manchmal hört auch ein Teilnehmer auf, weil er nicht gedacht hat, dass es mit so einer Ernsthaftigkeit und so einem Arbeitsaufwand verbunden ist.

00:32:36: Aber das wird ihm auch im Sekretariat so gesagt, dass man mindestens acht bis zehn Stunden in der Woche noch mal lernen sollte, die Zeit haben und wir bieten auch immer Hospitationen an, dass man nicht denkt, das ist irgendwie so, wenn ich jetzt auch auf Wendiniveau, wir sind alle nett zu den Pferden, sondern das ist auch einkörperlich.

00:32:56: anstrengender Beruf sein kann.

00:32:58: und deswegen bieten wir immer den Interessenten an, dass sie mal einen Tag vor allen Dingen in der Praxis was betieren, dass sie einfach sehen, was zu tun ist, mit wie viel Pferden wir da arbeiten und was es auch körperlich heißt, das Pferd zu befunden und vielleicht auch den Anspruch, den wir in der Ganganalyse im Exterieurbeurteilung haben.

00:33:20: Und das wird gerne angenommen, weil ich möchte ja nicht auch Teilnehmer haben, die dann im Kurs erkennen, dass es eigentlich nichts für sie ist und dann vielleicht da gelangweilt sitzen oder schlechte Stimmung machen.

00:33:34: Also deswegen bieten wir das immer an, damit man nicht träumt, sondern damit man sieht, was geleistet werden muss.

00:33:40: Und Sie können dann auch immer mit den anderen Teilnehmern sprechen und können sich die Skripte durchschauen, sodass sie wissen, was auf einen zukommt.

00:33:46: Und vielleicht ist es auch so, dass einer der Body-Welter-Böller, die kann ich nicht leiden, vom Typ her oder einen anderen Dozenten, das liegt mir nicht.

00:33:53: Also dann klären wir es lieber vorher.

00:33:56: Also wenn ich mal dabei sein durfte oder unterrichtet habe auch, dann war die Stimmung eigentlich immer gut.

00:34:02: Und ich habe auch noch nie von jemandem gehört, dass er dich nicht leiden kann.

00:34:07: Alle haben immer gesagt, wenn ich vielleicht mal den ersten Tag gemacht habe, ach morgen kommt Barbara.

00:34:12: Also ich glaube, da kannst du unbesorgt sein.

00:34:17: Aber die Qualifikationen, also sind entweder Humanphysiotherapeut oder eben Tierarzt und jetzt bei den Nichtmilzen.

00:34:25: Nicht Medizinern.

00:34:27: Also da kann kommen, wer möchte.

00:34:28: Also wir haben ganz unterschiedliche.

00:34:30: Wir haben Pferdewürte.

00:34:32: Wir haben Pferdewirtschaftsmeister.

00:34:34: Wir haben aber jetzt, früher hätte man gesagt Hausfrauen, das sagt man nicht mehr.

00:34:38: Wir haben Teilnehmer, auch Teilnehmerinnen, die oft einen sehr stressigen Beruf hatten in der Bank, in der Wirtschaft, in der Werbeagentur.

00:34:54: Und die wollten eigentlich, in der Vorstellung haben sie gesagt, eigentlich wollten wir immer mal was anderes machen.

00:34:59: Und die haben irgendwann jetzt ihr Schäfchen im Trocknen und sagen so, und jetzt bin ich dran.

00:35:03: Oder die Kinder sind groß und sie sagen so, jetzt möchte ich das machen, was ich immer machen wollte, ich wollte was mit Pferden machen und ich möchte Pferden helfen.

00:35:12: Und das sind auch ganz engagierte, tolle Teilnehmer.

00:35:17: Ja, also wir haben ja nach den, wir haben über die Qualifikationen so ein bisschen gesprochen und vielleicht ist so etwas wie, dass man so eine Berufung fühlt oder auch eine Leidenschaft dafür entwickelt.

00:35:30: Wahrscheinlich ist das noch wichtiger, es ist beim Reiten wahrscheinlich auch.

00:35:35: Und sag mal, hast du bei dir früher irgendwie so was wie so Gaben oder irgendwas, hast du da was gespürt oder bemerkt?

00:35:46: An mir eine Gabe.

00:35:47: An so Gaben, also jetzt so wie Harry Potter zum Beispiel.

00:35:53: Ja, weißt du, wenn ich jetzt über mich selber spreche, ist das ein bisschen schwer.

00:35:56: Aber wenn du mich jetzt unter Eid verhören würdest, dann würde ich sagen, ich glaube, dass ich sehr gut bin in Biomethanik, weil mich immer Ingenieursachen oder so haben mich interessiert.

00:36:09: Bewegungsabläufer haben mich interessiert.

00:36:11: Und ich glaube, dass ich auch in der Pylpation im Berühren, auch schon durch meinen Beruf als Physiotherapeutin, sehr gut und sehr schnell bin.

00:36:21: Ja, und jetzt bringe ich halt diese Erfahrung mit.

00:36:24: Also ich seh'npferd und kann ja eigentlich die Geschichte erzählen.

00:36:27: Und das versuche ich, da versuche ich eben Steigbügel halt dafür, meine Teilnehmer zu sein, dass ich alles, was ich weiß, ihnen mitgebe und alles, was ich schon erlernen musste, erlebt habe.

00:36:40: Also jetzt zum Beispiel mit den ganzen ECVM-Ferden, wo ich dann einfach nur gucke, wie ist das Nackenband und von der Stärke des Nackenbands kann ich dir schon sagen, wie stark da mal Deformationen sind.

00:36:50: oder Jetzt habe ich gemerkt, wenn ich einen Pferd am Kniegelenk in einer Position da eine Problematik habe, das kriege ich nur raus, wenn ich es rückwärts richten lasse.

00:37:02: Das sind so kleine Tipps und da bieh mich einfach meine Teilnehmer hin und vielleicht ist das eine Gabe mit meiner Erfahrung gepaart.

00:37:13: Ja, also da bin ich mir ziemlich sicher und den Blick, den hast du manchmal konnte ich es gar nicht begreifen, wenn sich das dann irgendwann bewahrheitet hat, was so lange schon manchmal, habe ich gesagt, jetzt ungt sie wieder rum.

00:37:28: Und ja, und dann stellte sich aber raus, so irgendwo in die Ferne geschaut mit Fantasie, war das gar nicht, inzwischen sehe ich auch einiges und kann es besser nachvollziehen.

00:37:43: Aber jetzt, wenn jetzt jemand zu dir kommt, du hast von, auch gesagt, der kommt aus einem Bankberuf oder hat was anderes gemacht, hat vielleicht ein eigenes Wert.

00:37:50: Aber braucht man trotzdem ein gewisses Talent.

00:37:54: oder gibt es Leute, das gibt ja so im Unterricht, so diesen alten Reitlehrerspruch.

00:38:00: Manche lernen es eben nie.

00:38:03: Hast du das auch schon erlebt?

00:38:04: oder kann man das immer erlernen mit dem richtigen Willen?

00:38:10: Also die Technik kann man immer erlernen.

00:38:12: Das sind ja manuelle Techniken.

00:38:14: Das ist ein Handwerk.

00:38:15: Da stehe ich auch mit meinen Assistenten daneben und korrigiere und korrigiere.

00:38:22: Es ist wie in jedem Beruf.

00:38:24: Es ist Handwerk und wenn man es gut macht, dann kann es Kunsthandwerk werden.

00:38:30: Also wie der Schmied, der Schlosser oder es beknallter Schmied.

00:38:35: Also das ist, glaube ich, wie in jedem Beruf.

00:38:38: Aber von der Erfahrung her weiß ich, dass wir es so vermitteln können, dass die Teilnehmer mit gehobenen Kopf nach dem Examen an die Pferde können.

00:38:49: dass wir ihnen so viel beigebracht haben, dass sie auf jedem Fall dem Pferd helfen und auch ich lern ja an jedem Pferd noch dazu und es ist also ein guter Start auf den Weg und wenn einer es gar nicht kann, der hört auch auf.

00:39:04: Also, wir hatten noch einmal jemand, der war so unsportlich, der musste sich immer am Pferd abstützen und da musste ich sagen, das geht nicht.

00:39:11: Und deswegen machen wir eben auch die Hospitation jetzt, dass wir sagen, so das und das fordern wir und Guckt mal, ob ihr das überhaupt leisten könnt.

00:39:20: Von der Technologie ist es machbar.

00:39:22: Das ist auf jeden Fall fair und ist auch eine Chance.

00:39:26: Und man darf mal reinschnuppern.

00:39:27: Ich finde das ja ganz toll so, dass man vorher auch in die Skripte schauen darf.

00:39:31: Das hätte ich gar nicht gedacht, dass das so weit geht und so intensiv ist.

00:39:37: Und

00:39:40: du

00:39:40: reitest ja auch noch selber.

00:39:42: Und inzwischen denkt man ja, du sagtest ja auch, die Leute kümmern sich manchmal.

00:39:47: Bekomme ich so das Gefühl, dass jetzt, was man auf Facebook oder in den sozialen Medien sieht, das geht ja meistens um den Spitzensport, der sehr angegriffen wird, manchmal absolut zurecht.

00:39:58: Einiges ist nicht in Ordnung und die Pferde suchen sich das ja nicht aus und wir müssen auch nicht mehr unser Leben damit retten und in den Krieg ziehen.

00:40:07: Also von daher muss sich jemand, der das zu seinem Hobby betreibt oder auch zum Geld verdient, muss sich schon auch hinterfragen lassen.

00:40:17: Aber es geht ja manchmal weit darüber hinaus und da wird ohne Maß und Ziel kritisiert.

00:40:25: Und da denkt man eigentlich, ja, wie du vorhin hast du schon mal in so einem Nebensatz gesagt, wenn die Peter uns noch reiten lässt.

00:40:34: Reitest du noch gerne?

00:40:37: Ich reite.

00:40:41: nicht mehr so begeistert wie als junge Frau, als junges Mädel.

00:40:43: Ich habe gedacht, an einem Tag, wo ich nicht reiten kann, das ist ein verlorener Tag und die Schule stört mich einfach nur da, weil ich nicht reiten kann.

00:40:50: Und ich war wirklich nur Abi gemacht, damit ich nachmittags beim Pferd bin, weil die Eltern sagten, das machst du eine Lehre.

00:40:55: Also ich habe gedacht, reiten wird mein Leben bestimmen.

00:40:57: Jetzt bin ich weit, weit davon entfernt.

00:40:59: Ich reite noch gerne, aber ich bin zu viel unterwegs, als dass ich kontinuierlich reite.

00:41:06: Und das ist dann... Für mein Pferd, für mein Spanier nicht so schön.

00:41:10: Der kommt dann immer raus.

00:41:11: Ich habe noch einen kleinen Konig, den reihe ich, wenn ich Zeit habe, weil ich weiß, wie gesund das Reiten ist.

00:41:17: Und die Pferde freuen sich, wenn ich komme.

00:41:19: Also wenn ich in den Stall komme und wenn ich mit dem Taumzeug komme oder so, keiner läuft weg.

00:41:25: Alle bleiben bei mir.

00:41:26: und ja, ich reize hier halt nicht sportlich, sondern für mich sportlich genug.

00:41:32: Aber ... Das ist dann auch eine ganz andere Art, wie ich früher als junger Mensch ehergeizig geritten habe.

00:41:40: Und jetzt kann ich einfach gucken, nach zwanzig Minuten, gut, dann machen wir mal wieder Schritt.

00:41:45: Und ich achte mehr aufs Pferd natürlich.

00:41:48: Ich bin da auch so sehr sensibel, wenn ich merke, da kam ich auf den rechten Bein vorne, vielleicht heute nicht so stützen.

00:41:54: Und dann bin ich sehr pro, also dann stellen mir meinen Reitwunsch natürlich zurück.

00:42:02: Das Reiten an sich ist ein Gesundheitsbrunnen.

00:42:05: Es ist einer der schönsten Sportarten für den Körper.

00:42:08: Jetzt rede ich als Humanphysiotherapeutin und als Human-Osteopathen.

00:42:12: Es gibt fast nichts gesünderes als das Reiten, außer man fährt runter.

00:42:17: Aber das zu erkennen, was die Pferde dafür uns leisten können, wenn sie uns einfach nur in drei Grundgangarten tragen, vielleicht in einer einfachen Dehnungshaltung, dass wir im Takt drauf sitzen können, das ist so unerreicht, das hat man in keiner anderen Sportart.

00:42:32: Und ich denke jetzt an fast zehn, fast zehn Gesundheit.

00:42:34: Und es ist ja so, wenn man vom Pferd steigt und es war alles harmonisch und schön, dann ist ja eigentlich der ganze Tag wunderbar, oder?

00:42:43: Ja, also absolut.

00:42:47: Ich denke auch, dass die Pferde, du sagst es ja, die kommen, die sind schon neugierig.

00:42:51: Man sagt so immer, das Pferd ist Steppentier und Herdentier.

00:42:54: Und natürlich sind diese Verhaltensweisen schon noch aus einer langen Vorgeschichte, Entwicklungsgeschichte, einfach als Veranlagung da.

00:43:05: Aber wir haben die Pferde ja so lange schon an uns angepasst, auch selektiert danach.

00:43:12: Und die Pferde suchen schon ihre Aufgaben.

00:43:15: Ich habe immer das Gefühl, wenn man es gut macht und fair macht und konsequent ist in seinem Auftreten gegenüber dem Pferd, dann werden die auch gerne geritten und dann machen die motiviert mit, weil wir dürfen ja eins nicht vergessen, bei diesem ganzen Thema Fluchttier und Natur.

00:43:32: Das Pferd ist zwar ein Fluchttier und geht in Deckungballgefahr, aber es ist auch neugierig.

00:43:39: Und wenn die Pferde ... nicht neugieriger wären, als ihr Fluchtinstinkt ist, dann gäbe es gar keine.

00:43:45: Und deswegen sucht das Pferd auch immer so ein bisschen die Herausforderung, vielleicht auch manchmal so einen eigenen kleinen Nervenkitzel und stellt sich so einer vermeintlichen Gefahrensituation oder Anforderung.

00:43:57: Und ich glaube, wenn man einen Pferd dazu verhilft, da ist vielleicht auch dann eine Gemeinsamkeit, das kann der Osteopath sein.

00:44:05: Das kann aber auch der Reiter sein.

00:44:06: Ich gymnastiziere das Pferd und ich merke, es wird schöner, es wird in den Bewegungen elastischer und vielleicht auch freier und mag sich selber lieber leiden.

00:44:15: Darum finde ich das immer ganz wichtig, dass Reiter auch einen eigenen Sport irgendwo machen, weil man das an sich ja auch erleben kann, wie gut das tun kann, wenn man das für seine Beweglichkeit tut, ob das jetzt einfach allgemeine Fitness ist oder Yoga.

00:44:31: Und ich glaube, dass die Pferde das auch empfinden.

00:44:34: Und natürlich kann ein sportlicher Mensch auch sagen, jetzt brauche ich mal einen Physiotherapeut und der hilft mir noch mal mehr, mich im Körper wohl zu fühlen.

00:44:42: Aber ich glaube, so dieses eigene Körperempfinden macht wahrscheinlich auch, dass man sich etwas besser einfühlen kann.

00:44:49: Und ja, also ich denke, man darf reiten.

00:44:54: soll auch reiten, die Pferde haben da auch Freude dran und wir haben hier in Deutschland gar nicht so viele Koppeln, dass die jetzt hier gibt viel weniger Pferde, wenn man die nicht als Reitpferde auch weiter nutzen und halten würde.

00:45:09: Um nochmal so auf den Anfang zurückzukommen, du hast vorhin ja gesagt, ihr habt jetzt mehr Dozenten und Mitarbeiter in deiner Fachschule, du kannst ja auch also deinen Haupt Tätigkeitsbereich ist ja in der Lüneburger Heide auf einem Hof, aber du bist inzwischen ja auch im Ausland aktiv und zunächst mal kannst du noch so ein bisschen über deinen Ort, den du da gefunden hast, uns erzählen, aber dann auch so ein bisschen, was du im Ausland machst und vielleicht wo die Unterschiede liegen.

00:45:42: Also in die Lüneburger Heide bin ich gekommen durch ganz viele Umwege, weil der erste Ausbildungsstand, der war bei uns hier in im bergischen Land in Herkenrad und dann wurde das aber immer mehr und dann hat der Betriebsleiter gewechselt und dann ist die Bereiterin von diesem Hof ist dann in die Lüneburger Heide gegangen auf ein Gestüt und die rief mich dann an, weil die da Hengster hatten und es gab Probleme und ich soll da hinkommen.

00:46:08: und ja, ich wollte jetzt nicht einfach in die Lüneburger Heide behandeln fahren.

00:46:14: Warten Sie mir das Angebot.

00:46:16: Sie bringen mir die vier Deckhängste jetzt bei uns auf den Hof, dann könnte ich die da behandeln.

00:46:20: Ich sage, das geht ja gar nicht.

00:46:21: Vierhundert Kilometer Transport dann auf dem Hof mit Deckhängsten, das überlebe ich nicht.

00:46:27: Das habe ich auch abgelehnt.

00:46:28: und dann wurde mein Vater seventy-fünf und er liebt die Lüneburger Heide und da sind wir dahin gefahren.

00:46:33: Da habe ich gesagt, okay, ich bin jetzt da, ich kann mir die Pferde anschauen.

00:46:37: Und dann habe ich da dann weiter unterrichtet Ausbildungszentrum.

00:46:41: Da haben wir uns ja auch wieder kennengelernt.

00:46:43: Da habe ich dich ja wieder getroffen.

00:46:44: Und da habe ich gedacht, jetzt treffe ich die Marion wieder.

00:46:48: Jetzt ist die auch hier.

00:46:49: Und dann haben wir ja angefangen wirklich zusammen zu arbeiten.

00:46:52: Dann damals noch mit Heinz Welz zusammen und so.

00:46:55: Das war ja alles sehr aufregend und schön.

00:46:59: Und dann hatten die aber so un... Ja, unerzwungene Pferde, sag ich jetzt mal.

00:47:06: Also für die Teilnehmer, das wurde also ein bisschen gefährlich.

00:47:11: Und dann ist diese Bereiterin auch weggegangen, die mich da hingeholt hat und die ist auf den Hof vom Klaus Meier gegangen.

00:47:17: Und die rief mich irgendwann mal an, weil sie ein Problempferd hatte, was mit Kandaro- und Schlaufzügel gleichzeitig geritten wurde und da Probleme zeigt, also nicht bei ihr, aber... Und da sind wir hin mit den Teilnehmern abends und haben uns das Pferdchen noch angeguckt, den Ampere weiß ich noch, ein schöner, wunderschöner Fuchs.

00:47:35: Und haben nochmal, habe ich so ein paar Tipps gegeben.

00:47:38: und dann sagt der Klaus Mayer, das kannst du auch hier machen.

00:47:41: Und er hatte sehr viele Schulpferde und auch in allen Größen und das Pasto.

00:47:45: Und jetzt bin ich seit Jahr zweitausend zwei auf dem Hof.

00:47:49: Und das wurde halt immer mehr, weil ich hab dann auch aufgehört, Menschen zu behandeln.

00:47:55: Und hab dann nur noch Pferde behandelt.

00:47:56: Und hab die Physiotherapie, also die Fachschule mehr ausgebaut.

00:48:00: Ja, und jetzt bin ich da schon lange Zeit.

00:48:03: Ich hab da zwei Lehrräume zur Verfügung.

00:48:05: Ich hab vierzehn Pferde, die nur für uns da sind.

00:48:07: Dann aber auch noch vierzig Fahrpferde.

00:48:11: Oder wenn wir Fallbeispiele haben, kriege ich jede Menge Pferde.

00:48:15: Freuen sich immer, wenn sie zu uns kommen als Beispiel.

00:48:17: Und das ist für mich der ideale Ausbildungsort.

00:48:22: Und die Pferde haben halt alle ihre Geschichte.

00:48:24: Das sind Pferde, die irgendwie einen Schicksal hatten und nicht mehr geritten werden konnten.

00:48:30: Und die finden bei uns praktisch ihr kleines Biotop, wo sie uns helfen und wo sie überleben können.

00:48:37: Und dann bin ich im Moment noch in der Schweiz.

00:48:39: Das ist ein großes Heldsbalance, ein großes Gesundheitszentrum da unterrichtig auch.

00:48:47: Das sind als Sportpferde, muss ich sagen.

00:48:49: Also da sind wenig Freizeitreiter, die kommen und die Pferde, die wir zur Verfügung haben, sind Sportpferde.

00:48:57: Und da kann ich natürlich auch nochmal andere Sachen zeigen wie bei unseren Pferden, die eigentlich so in ihrem Parasympathikus uns freundlich zur Verfügung stehen.

00:49:07: Ist in der Ausbildung ein bisschen schwieriger, weil die auch schon mal die Sportpferde sind auch manchmal so ein bisschen kritischer, wenn man zu viele Menschen dran trainieren lässt, aber wir kriegen das immerhin.

00:49:19: Also es klingt spannend und ja, das ist sicherlich und da sind aber an dieser Schweizer Schule oder an dieser Schweizer Anlage auch dann Ausbildungen möglich.

00:49:34: Sind Ausbildungen, aber ich habe das jetzt, ich habe meinen letzten Ausbildungslehrgang jetzt da, nächstes Jahr mache ich das nicht mehr, weil ich hier meine eigenen Tiere nicht mehr so versorgt bekomme.

00:49:45: Und dann bleibe ich nur noch im Norden.

00:49:47: Und jetzt vielleicht im Berg, ich habe noch einen kleinen neuen Standort, aber das muss ich erst noch entwickeln.

00:49:54: Also auch in der Zukunft spannende Veränderungen, die dich da erwarten.

00:50:00: Wir kommen so ganz langsam mal Richtung Ende unserer heutigen Folge.

00:50:07: Und da würde ich dich jetzt bitten, doch nochmal so zu überlegen, was ein wichtiger Rat oder was wäre so der wichtigste Rat, den du einem Reiter geben würdest.

00:50:19: Kannst du ruhig kurz überlegen?

00:50:22: Also für mich ist immer wichtig der Spruch vor dem Folgen wollen, steht das folgen können.

00:50:28: Also ich muss als Reiter eigentlich wissen, kann ich diese Anforderung an das Pferd stellen oder ist es vielleicht im Moment eine unbildige Anforderung, weil vielleicht die Voraussetzung nicht stimmen.

00:50:44: Also wenn ich, wie du sagst, es wird Es soll ja Spaß haben beim gritten werden.

00:50:51: Das kann auch sein, wenn der Reiter elastisch sitzt, wenn der Reiter feinfühlig ist.

00:50:56: Da erwarte ich also bestes Sattelzeug.

00:50:59: Ich erwarte gute Fütterung.

00:51:00: Ich erwarte gute Hufbearbeitung.

00:51:03: Ich erwarte, dass die Pferde auch mal auf die Wiese kommen.

00:51:08: Und der Reiter sollte eigentlich immer ein Pferd so befunden und sagen, was keiner heute.

00:51:16: Also wenn er in den Stall geht, wie das früher auch die alten Reitmeister gemacht haben, die haben die Pferde abgeklopft, die haben die Seen getastet, die haben die Hufe sich angeguckt, einfach zu sagen, ja, das Pferd ist heute bereit, dass es mich tragen kann.

00:51:30: Und vielleicht muss ich ja auch nicht eine Stunde reiten, sondern es reicht vielleicht auch eine halbe Stunde, weil es ist zu heiß oder es ist, was weiß ich, oder das Pferd hat vielleicht eine Zahnproblematik gehabt und war beim Zahnarzt.

00:51:42: Also dieses, dass der Reiter auf die Signale des Pferdes hört, weil ich davon ausgehe, dass ein Pferd nie widersetzlich ist, weil es böse ist, sondern weil es einfach eine Geschichte erzählt.

00:51:55: Und da muss ich dann kontrollieren, muss ich darauf eingehen, ja oder nein.

00:52:00: Und wenn man es genau wissen will, kann man ja auch schon mal, es gibt ja auch Pferde, die... Ja, die auch schlau sind, die lernen ja auch in jeder Reiteinheit, muss man ja auch sagen, und die dann sich so ein paar hergestaltungsmöglichkeiten angewöhnen, zum Beispiel immer in einer Ecke scheuen oder so, dass sie da nicht mehr rein müssen.

00:52:17: Dann könnte man ja auch zum Beispiel mit der Pulsur arbeiten, um zu gucken, hat das Pferd jetzt da wirklich Angst oder macht es so ein bisschen kassbar, um einen rauszubringen.

00:52:25: Die Pferde sind so klug, das darf man nie unterschätzen.

00:52:29: Aber mein Appell ist wirklich vor dem Folgen, Wollen, steht das folgen können, dass man da immer mal schaut, ob das Wert heute dazu bereit ist.

00:52:38: Ja, und was du auch gesagt hast, das wird ich dann noch, das ist auch ein bekannter Satz, aber dieses Weniger ist oft mehr, dass man eben nicht sagt, ich muss jetzt die volle Stunde machen, sondern ab und zu erreicht man halt mehr und beendet früher und sitzt ab oder führt.

00:52:56: Das zahlt sich auf Dauer in jedem Fall aus, also rechtzeitig aufhören und Pausen machen, würde ich eben reiter dann empfehlen und diese Pausen geschickt einsetzen.

00:53:09: Und jetzt wollen wir natürlich auch für die Pferde-Osteopathen oder die Pferde-Physiotherapeuten auch noch einen wirklich wichtigen Rat.

00:53:22: Ja, also da denke ich einfach bleibt auf jeden Fall in der Präsenz und... Macht nicht zu viele Pferde hintereinander, sondern nimmt jedes Pferd wie mit einem weißen Blatt an, macht nach jedem Pferd, dass er behandelt hat, ein Resett.

00:53:38: Und jedes Pferd ist ein ganz neuer Kosmos und übertragt nicht die Sachen von einem Pferd aufs andere.

00:53:45: Und wenn ihr merkt, euer Fokus oder eure Präsenz ist nicht mehr gut, dann macht eine Pause.

00:53:52: Dann arbeitet vielleicht weniger, aber dafür absolut exakt und ja.

00:53:58: würde voll dem Pferd gerecht.

00:54:01: Das ist auch, denke ich, kann man sich als Reiter auch einiges von annehmen.

00:54:08: Zwei tolle, gute Ratschläge hier, die wir uns zu Herzen nehmen können.

00:54:13: Jetzt haben wir viel über fachliches gesprochen, über die Schule, über Ausbildungswege, aber du unterrichtest ja nicht nur... Schreibst du auch Bücher, bildest dich weiter.

00:54:24: Aber was machst du so zur Zerstreuung zu deiner eigenen Unterhaltung?

00:54:28: Liest du auch Romane oder sind das immer Fachbücher?

00:54:32: Ach, ich lese für mein Leben gerne, ich weiß den neuen Ausdruck, das sind Kosikrimis.

00:54:37: Also ich hätte gesagt früher Krimis, nein, aber es sind ja keine brutalen Krimis, sondern Kosikrimis, so Agata Christi auf Neu.

00:54:44: Weil das ist, ich bin Blutgruppe Null, da braucht man immer einen Ziel und da weiß ich, da ist der Mord, der ist mir eigentlich egal und dann ist aber nachher der Mörder gefangen.

00:54:51: Und das ist immer ... Das hält mich bei Laune abends und ansonsten habe ich meine Hunde.

00:54:56: Und jetzt war ich gestern schon mal in der Hundeschule, weil ich eine neue sehr stürmische Hündin habe und jetzt lerne ich mit denen bei Fuß gehen.

00:55:06: Und ja, das ist dann eine andere Gattung, die mir sehr viel Freude macht und die mir sehr viel Unterhaltung bringt.

00:55:12: Also eher die aktive Erholung.

00:55:14: und eine Frage habe ich noch für dich und zwar hörst du Podcasts?

00:55:21: Nein.

00:55:23: Jetzt erst, seitdem wir den ersten gemacht haben, da habe ich jetzt mal Podcast gehört, vorher nie.

00:55:28: Ich habe da gar keine Ahnung von.

00:55:32: Umso schöner, Barbara, dass wir dich jetzt hier in einer Podcast-Reihe haben und dann in uns dem anderen Teil Serie mit den alten Meistern.

00:55:40: Ganz hervorragend.

00:55:42: werden noch die Podcast-Profis erst mal ein paar Zungen brecher üben das nächste Mal vorher.

00:55:50: Ja, das war sehr schön, ganz interessant.

00:55:53: Und da gibt es ja noch so viel mehr zu erzählen, zu Projekten, zu deinen Büchern, zu den verschiedenen anderen Ausbildungen und den Inhalten.

00:56:04: Und da kommen wir dann beim nächsten Mal dazu, darüber zu sprechen, für heute erst mal auf Wiederhören, liebe Zuhörer.

00:56:11: und auch wiederhören, liebe Barbara.

00:56:14: Marion, vielen Dank für die schönen Fragen.

00:56:16: Alles Liebe.

00:56:17: Bis bald.

00:56:18: Bald.

00:56:19: Tschüss.

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