Federico Grisone – missverstanden?
Shownotes
War er wirklich der „harte Reitmeister“, als den ihn viele darstellen?
Oder ist sein Bild im Laufe der Jahrhunderte verzerrt worden?
Federico Grisone, geboren 1507, veröffentlichte mit „Gli Ordini di Cavalcare“ im Jahr 1550 eines der ersten systematischen Werke über die Reitkunst überhaupt.
Ein Meilenstein. Ein Fundament. Ein Beginn.
Doch was danach folgte, wirft Fragen auf.
Sein Werk wurde vielfach übersetzt – unter anderem von Thomas Blundeville und ins Deutsche von Johann Fayser.
Diese Übersetzungen weichen jedoch zum Teil erheblich vom Original ab.
Was bedeutet das für unser heutiges Bild von Grisone?
Plötzlich erscheint er als Erfinder grausamer Methoden, als Vertreter harter Strafen, als Symbol einer brutalen Reitkunst.
Aber stimmt das wirklich?
Elizabeth Tobey hat eine originalgetreue englische Übersetzung unter dem Titel „Rules of Riding“ vorgelegt, an der wir uns in unserer Hörbuchreihe orientiert haben.
Und was sich darin zeigt, ist ein deutlich differenzierteres Bild:
Ein Reitmeister der Renaissance, eingebunden in das Denken seiner Zeit.
Ein Ausbilder, der Pferde nach Elementen und Temperamenten einordnet.
Ein systematischer und logischer Ansatz in der Ausbildung.
Ein bemerkenswerter Sachverstand im Umgang mit dem Pferdekörper und seinen Reaktionen.
Kein einfaches Schwarz-Weiß, sondern ein Mensch seiner Zeit.
Vielleicht ist es an der Zeit, genauer hinzusehen und überlieferte Urteile zu hinterfragen.
In unserem Podcast zeichnen wir ein neues Bild von Federico Grisone – jenseits von Mythos und Missverständnis.
Transkript anzeigen
00:00:06: Hallo Barbara!
00:00:27: Willkommen zu unserer nächsten Podcastrunde.
00:00:30: Ich freue mich sehr, dass wir uns wieder treffen und herzlich willkommen auch die Weltzuhörer.
00:00:36: Wir haben eine neue Folge diesmal aus der Reihe Die Großen Reitmeister Und es geht um Federico Grisone.
00:00:43: Ja, hallo Mario!
00:00:44: Auf geht's!
00:00:47: Als wir das Konzept für unsere Hörbuchreihe schon gehört, Reitkunst gelesen entworfen haben, da standen einige Reitmeister sehr schnell fest und am Anfang war natürlich Xenophon, da Stand außer Frage und auf Platz zwei haben wir dann uns für Federico-Grisone entschieden.
00:01:07: Warum?
00:01:09: Weil dieser um fifteenhundert geborene italienische Reitmeister der erste war, der seine Lehre im Form eines gedruckten Buches veröffentlicht hat.
00:01:19: Es gab zwar nach Erfindung des Buchtrucks um vierzehnhundertfünfzig auch andere ReitMeister die die Bücher schrieben aber kein Werk wurde so oft neu aufgelegt und in so viele Sprachen übersetzt.
00:01:33: man kann sagen es war der erste reiterliche Bestzeller.
00:01:37: Die erste Auflage von Federico Grisones Buch lieh auch Dini di Cavalcare, was Übersetz bedeutet.
00:01:43: Die Regeln des Reitens erschien fifteen Hundert Fünfzig und danach folgten dreiundzwanzig weiter Auflagen.
00:01:53: in Spanien, Frankreich England und Deutschland erschienen Übersetzungen natürlich vor gingen Jahre bis es soweit
00:01:59: war.
00:02:01: ja Und ist es wichtig zu verstehen dass die Übersetzung aus dieser Zeit sehr häufig wirklich stark von den Originalen abwichen und besonders die deutsche Übersetzung ist eigentlich keine mehr.
00:02:14: So wurden Strafen weit aus drastischer geschildert, und die Abbildungen weisen nur entfernt.
00:02:18: über Einstimmungen auf der Inhalte wurde ganz anders gegliedert Und es wurden Dinge hinzugefügt Die hätte Grisone selbst so nie gesagt und hatte auch nicht so geschrieben.
00:02:29: Und am Anfang unseres Reitkunst-Gelesenprojektes, da mussten wir uns ja einigen.
00:02:33: Wer sich mit welchem Meister beschäftigt und das Material für das Audiobook sammelt?
00:02:38: Bei Xenophon ging es mehr um die Wahl, welches Buch oder welche Schrift wir verwenden.
00:02:44: Mehr wegen der Medienrechte...
00:02:47: ...und
00:02:47: bei Grisone war das komplizierter.
00:02:50: Barbara du sagtest zu Anfang ziemlich entschieden den Tierquäler mache ich nicht!
00:02:55: Obwohl ihr natürlich nachher ganz schön gelesen hast.
00:02:58: Aber am Anfang war da eine gewisse Skepsis, und also hab ich den dann übernommen.
00:03:03: Und ich machte mich an die Arbeit einen Schreibt zu schreiben, was ich vorlesen konnte oder was du vorlesst.
00:03:11: Was ich einfach lesen ließ.
00:03:14: Ja, zum Tierquäler bei Cresone erschien dann eine schwache Katze, die er wohl ... wurde erzählt, einem Pferd in den Schweif gehangen habe.
00:03:23: Ich hab gedacht ne, so wie der dargestellt wird Mittlerweile bin ich ein ganz großer Fan von Krisono und ich würde so gerne ihn wirklich wieder in die Ehre geben, dass er also nicht der Erfinder der Foltergebisse unbedingt ist.
00:03:39: Aber... Ich war abgeschreckt!
00:03:41: Ich war ganz froh, dass du das gemacht hast.
00:03:44: Aber man muss ja auch Krisonos wirken, unbedingt im geschichtlichen Zusammenhang betrachten.
00:03:49: Wenn wir noch einmal zu Xenophon zurückgehen bei Xenophone hat es sich, ich sage jetzt mal einfach gemacht Das Exterieur-Interieur der Pferde beschrieb und hat gesagt, den würde ich nehmen.
00:04:00: Den würde ich nicht
00:04:01: nehmen.".
00:04:01: Der hatte wohl die Möglichkeit sich die Pferden auszusuchen.
00:04:05: bei Grisone war es glaube ich nicht so.
00:04:07: Ich glaube er konnte nicht so wählerisch sein sondern er musste sich mit allen Pferdern abgeben die ihm zur Ausbildung zur Verfügung gestellt wurden.
00:04:16: Und so gibt er seinen Lesern eben auch Ratschläge wie man mit verrittenen und schwierigen Pferdes umgeht.
00:04:21: Und da beschreibt er sicherlich einige Korrekturmaßnahme, die wir heute ablehnen.
00:04:27: Aber er beschreibt sie – er hat nicht wieder Wolf Greide gefressen und oft benimmt er solche Maßnahmen als letztes Mittel der Wahl.
00:04:35: und er fordert den Reiter immer wieder auf bei Erfolg sofort von der grobform zur feinform zurückzukehren und jede Übungseinheit positiv zu beenden.
00:04:48: Da legt er wirklich großen Wert drauf und du nanntest ja vorhin den geschichtlichen Zusammenhang.
00:04:53: Und auch wenn man eben ihn heute googelt, dieser geschichtliche Zusammenhang aber auch wo die Quellen wiederum ihre Informationen herhaben das ist wichtig zu verstehen denn es gibt einmal natürlich regionale Unterschiede wenn es um Haltung und Ausbildung von Pferden
00:05:10: geht
00:05:11: Aber eben auch in Deutschland viele Schriftsteller sich mit der Geschichte, der Reitkunst beschäftigt haben.
00:05:20: Die einfach immer wieder übernommen haben was man halt in Deutschland so gefunden hat.
00:05:24: aber gehen wir mal der Reihe nach.
00:05:25: für mich waren in der Arbeit am Skript die wichtigsten Quellen zum einen die noch recht neue Übersetzung von Listobi von Lior Dini di Cavalcade ins Englische.
00:05:38: Listobi ist eine Amerikanerin und sie hat sich eine Wahnsinnsarbeit gemacht Originalgetreu, Übersetzung überhaupt geschaffen.
00:05:48: Und ich habe zu der Autorin persönlichen Kontakt aufgenommen.
00:05:51: die war sehr freundlich hat mir E-Mails beantwortet und von der Arbeit am Buch berichtet und empfinde wirklich große Hochachtung vor der Arbeit.
00:06:01: Sie hat Ausgaben nebeneinander gestellt und es ist auch wieder erstaunlich, dass es eben in den USA einen von Hühnersdorf Museum gibt.
00:06:10: Was einem anderen Museum was sich so mit Pferden und der Zeit um fifteenhundert und etwas später dann auch beschäftigt auseinandersetzt.
00:06:19: wir haben sowas gar nicht.
00:06:20: bei uns findet man da sehr bruchstückhaft Informationen.
00:06:24: Naja und wir haben ja in dem Xenophon Podcast schon erzählt, dass wir angefangen haben Original-Ausgaben zusammen.
00:06:31: Denn meine andere wichtige Quelle die ist tatsächlich eine Original Ausgabe von Dies natürlich auch als Reprint gibt, damit man nicht in dem alten Buch immer blättern muss.
00:06:49: Aber ich habe schon... also ich hole es schon zwischendurch raus und hab jedes Mal ein ganz ehrfurchtsvolles Gefühl Und ich finde auch ist das ein Buch und Bücher soll man auch mal noch anfassen und darin blättern.
00:07:01: Das ist wirklich was ganz Besonderes.
00:07:04: Naja.
00:07:04: und über die Suche im Internet bin Ich dann
00:07:07: auf Josepe
00:07:08: Mareska gestoßen.
00:07:09: der ist ein Pferdezüchter, aber ist aus einer anderen Branche und ist ein Historiker auch.
00:07:18: Was so die Pferdo in Italien angeht?
00:07:20: Die alten Reitmeister.
00:07:21: Und er hat mir sehr geholfen bei den Nachforschungen in Neapel.
00:07:26: Dann beschäftigt ich mich natürlich außerdem ... Weil wir sind ja in Deutschland mit dem Reprint der deutschen Übersetzung, die der Olmsverlag noch mal herausgegeben hat.
00:07:37: Ich glaube das war in two seventy wo man eigentlich schon hätte ein bisschen wissen können, dass es keine richtige Übersetzung ist.
00:07:42: Aber es ist auch ein Stück deutsche Zeitgeschichte und der deutsche Übersetzer hieß Johann Pfeiser.
00:07:49: Gut!
00:07:49: Und dann gibt's eine englische Übersetzung die ist auch fast so falsch wie die Deutsche von Thomas Blandewil.
00:07:56: Und ja da mal vielleicht trotz immer an dieser Stelle vorweg... Der Herzog von Newcastle hat sich damit auch beschäftigt und er schlägt verbal in seinem Buch sehr auf Blandeville ein und untermauert eben auch, dass es wirklich keine korrekten Übersetzungen sind.
00:08:14: Mir war also klar, dass ich gar keins dieser Bücher zum Vorlesen eignete.
00:08:18: Und wenn man mal so einzelne Passagen von Rules of Riding von Listobi ausnimmt... Ich wollte immer mehr wissen, das hat mich richtig neugierig gemacht!
00:08:30: Ich bin zweimal in Neapel gewesen zur Vorbereitung und fahre immer noch gerne hin.
00:08:35: der Kontakt mit dem Herrn Mariska besteht nach wie vor Und das hat uns wirklich auf eine Abenteuerreise geführt.
00:08:44: Ja, das war so das spannendste Projekt für dich mit deiner Reise nach Neapel was ich hervorragend fand wo ich Bilder gesehen habe und ich hatte Homeoffice hier.
00:08:56: also ich musste gucken wie verwirklicht man eigentlich ein Hörbuch?
00:09:02: Und außerdem gab es dann auch noch in dem Arbeiten mit den alten Meistern, sind daraus die Reitbahnbuchstaben entstanden.
00:09:10: Ein Projekt wo wir Zitate der alten Reitmeister also die bekanntesten genommen haben und dann jeweils die Anfangsbuchstabe der ReitMeister für die Bahnpunkte genommen haben.
00:09:21: Und Federico Grisone hat natürlich das F bekommen.
00:09:24: mit seinem Zitat hängen jetzt schon in mehreren Reithalten der Geister-Reitmeister in die Hallen.
00:09:34: Es wird also sehr, es wird eher ein Reittempel dadurch durch diese Zitate.
00:09:39: und ja ich muss dann schauen wie macht man eigentlich gute Aufnahmen?
00:09:44: Wer würde für Schnitt & Mastering verantwortlich sein?
00:09:48: Wie sollten am Schluss eigentlich die Veröffentlichungen laufen?
00:09:51: und wir brauchen Koverbilder und natürlich Musik.
00:09:54: Wir hatten Fototermine du und ich das war sehr schön bei der Uli.
00:09:58: Dann haben Zwei Tontechniker gehabt.
00:10:01: Zuerst den Alex, der in seinem Häuschen mit uns sogar noch aufgenommen haben und das Häusch stand halt... Ja, das war auf dem Land und dann kamen die Motorradfahrer und dann Kräte und Hahn und da gab es eine Wespe.
00:10:15: also das war immer wir mussten immer neu anfangen Und dann sind wir in ein richtiges Tonstudio gegangen zu Ralf Der eigentlich Musiker war.
00:10:24: und der arme Ralf musste keine Ahnung von Pferden er musste sehr viel über Pferde Lernen, aber er hat das Tapfer-Tapfer mitgemacht und er war ganz stolz seiner Freundin zu sagen also eine Fahrradtour gemacht.
00:10:37: Und das ist ein Rappe!
00:10:38: Das weiß ich von Barbara und Mario.
00:10:40: Also wir hatten so viel drum herum und es war nicht so.
00:10:43: Ich habe damals gedacht gut...ich war ja ganz gut im Vorlesen in der Grundschule, hab gedacht dass...ja, das spezifiziert mich für meinen Hörbuch, aber so einfach war das nicht und es ist ein umfangreiches Projekt gewesen.
00:10:59: Wir haben in ganz verschiedenen Bereichen wahnsinnig viel gelernt und immer noch.
00:11:03: Also es ist ja vielleicht genau auch zur richtigen Zeit, wo du sagst, man ist noch lernfähig und merkt eigentlich jeden Tag wie viel man noch nicht weiß.
00:11:15: Und das hält ja an!
00:11:16: Also jedenfalls hatte ich Rules of Riding weil das natürlich für mich der Zugang war das Original besser zu lesen als dieses umständliche alte Italienisch weil es halt eine editierte Auflage ist, wo sie erklärt wie was gemeint ist.
00:11:32: Wie Maße richtig gelesen werden.
00:11:34: und dieses Buch Rules of Riding ist ziemlich dick.
00:11:36: Viel dicker als das Niaordini die Cavalcare.
00:11:40: Und ich hatte Tag und Nacht bei mir in Italien egal wo also immer Rucksack oder so ein Ringbuchblock wirklich auf Deutsch ziemlich Wort für Wort übersetzt und ich verglich eben formulierte um fast dann nach und nach zusammen.
00:11:54: Und es entstand unser Skript, das Ziel war zum einen Federico Prisone näherzukommen ihn zu verstehen kennen zu lernen aber auch nachzuvollziehen unter welchen Bedingungen er gelebt und gearbeitet hat und halt den Originaltext wirklich verständlich zusammenfassen dass man dann das Vorlesbar wiedergeben konnte.
00:12:17: Und eben auch, ja verständlich ... widergeben konnte?
00:12:22: Im Deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag wird er einfach nur als der Erfinder der Foltergebisse genannt und wird also sehr negativ dargestellt.
00:12:30: Auch in vielen Lehrbüchern, die sich mit der Geschichte der Reiterei auseinandersetzen, kommt da gar nicht gut weg.
00:12:35: Deswegen war meine Abwehrhaltung, dass ich mit ihm beschäftige erst mal da.
00:12:40: Aber es ist ja ganz anders gekommen!
00:12:43: Also auf dicken Wassertrenzen wurde damals wirklich nicht geritten, das muss man ganz klar sagen und gebisslos auch eher noch nicht.
00:12:51: Das kam dann mit den Kaptsäumen ein bisschen später auch, wobei er das auch schon nannte am Anfang der Ausbildung.
00:12:57: Es war da noch keine Trense benutzt aber ein ganz großes Aber es gab die Art Gebisse schon viel viel länger und zwar noch viel ja materialischer und brutaler als sie die Grösone im Buch abgebildet hat Und das beweisen auch viele Bilder aus der Zeit und aus dem Mittelalter, also die Erfinder war er nicht.
00:13:20: Definitiv nicht!
00:13:21: Und einige dieser Abbildungen, da sagte auch der Reiter soll sie halt kennen aber die sollen man nicht verwenden.
00:13:27: an sich nimmt er die simplesten in bestimmten Ausnahmefällen.
00:13:31: Da empfiehlt er dann ein etwas schärferes Gebiss und wenn man sich das vorstellen will es eher so wie ein Pelham ist sind eigentlich glaube ich Ein paar Stange bis hier gibt es, aber die meisten sind in der Mitte gebrochen und haben halt Anzüge wie heute einen Pelhem.
00:13:48: Wobei im Turniersport sind die Anzügen so lange nicht mehr erlaubt, aber durchaus in der Westernreiterei finden wir sie raus.
00:13:55: Und das sind auch nicht ganz... Also Sie sind nicht unbedingt scharf!
00:13:59: Es kommt immer drauf an, wie schnell ich die Kind kette Aber wer sich dafür interessiert, der kann googeln.
00:14:06: Es gibt ein Bild von Dürer, das den heiligen Sankt Georg darstellt.
00:14:11: Ich glaube von Fünfzehnhundert acht und ... Da
00:14:13: war keine Sohne ja gerade acht Jahre alt also da kann er nicht Franziska gewesen sein.
00:14:18: Er ist Fünfundacht geboren?
00:14:21: Sieben!
00:14:21: Da waren es achte mal um Fünfzehn-Hundert.
00:14:24: Also auf jeden Fall war er im Kleinkind alter und sicherlich noch nicht damit beschäftigt Tierquäler eine Bisse zu erfinden.
00:14:33: Ah ja, das war ca.
00:14:35: ein Jahr alt.
00:14:36: und der englische Wikipedia-Eintrag, der war viel freundlicher oder?
00:14:41: Da wird er als herausragende Persönlichkeit seiner Zeit beschrieben und einen Meister auch genannt, nämlich dieser Karatjolo, der sagte über ihn, dass es so aussieht, also es gäbe keinen besseren Reiter so ungefähr.
00:14:54: Wenn das da noch so steht, kann sich hier ändern Wikipedia.
00:14:57: Aber es war ein sehr großer Unterschied zwischen der deutschen und englischen Wikipedia-Version.
00:15:06: Kann man sagen, dass der schlechte Leumund vor allem durch die deutsche Übersetzung entstanden
00:15:11: ist?
00:15:11: Absolut!
00:15:14: Die Liordini sind in vier Teile unterteilt.
00:15:16: Die sogenannten Libri, das kommt aus dem italienischen Falle Libro das Buch... ist nicht so umfangreich, dass wir das als Buch bezeichnen würden und deswegen kann man auch eher sagen, es sind Kapitel oder Abschnitte.
00:15:29: Der deutsche Übersetzer Pfizer machte kurze Hand sechs Teile daraus und allein seine Titelübersetzung sollte einen schon misstrauig machen was die Treue zum Original angeht hier Odini di Cavalcare wörtlich Die Regeln des Reitens wurde zu künstlicher Bericht und allerzielligste Beschreibung des edlen, festen und hoch berühmten Federico Cresonis neapolitanischen Hochlöblichen Adels wie die Streitbahnpferde durch welche ritterliche Tugenden mehrteils geübt zum Ernst- und ritterlicher Kurzfall geschickt und vollkommen zu machen.
00:16:10: Das war der damalige Sprachgebrauch.
00:16:12: das ist sicher ganz spannend aber es Irreführende Titel, wenn nicht sogar falsch.
00:16:17: Der Olms Verlag, der sich durch das Verlegen von Fachbüchern über Pferde- und Reiterrei sehr verdient gemacht hat, hat eben diese falsche Übersetzung als Reprint in two hundred seventy zwei herausgegeben.
00:16:29: Das ist auch ohne Frage ein historisches Dokument Und viele Autoren anderer Bücher griffen darauf zurück Wenn sie sich mit der Geschichte der Reiterei beschäftigten.
00:16:38: Nur leider macht es den Inhalt nicht richtiger.
00:16:42: Es kann nicht als Übersetzung im eigentlichen Sinne angesehen werden.
00:16:47: Neben den scharfen Gebissen wurde Grison auch vorgeworfen, Pferde unverhältnismäßig hart zu strafen mit zum Teil fast skurril anmutenden Methoden.
00:16:58: Ja das stimmt.
00:17:00: Und ich möchte erstmal einmal auf die Gebisse eingehen.
00:17:04: und es gab, wie gesagt längst viel schlimmere Gebisse.
00:17:07: Einige Gebisse aus den Lior Dini sind durchaus mit den Gebissen eben aus dem aktuellen Springensport oder aus der Westernreiterei zu vergleichen.
00:17:16: Damit meine ich noch nicht die ganz schlimmen Spezialanfertigungen sondern Gebisse, die man auch bei Lüster kaufen kann.
00:17:27: Zu den angeblichen Foltermethoden Es ist schon so, dass Grisone viel ausführlicher als andere Strafen beschreibt.
00:17:36: Aber er beschreibt eben auch einen logischen und systematischen Aufbau.
00:17:42: Und das wird ja heute ein bisschen ausgeklammert.
00:17:45: Man beschreibt ja heute oft diese ideal verlaufende Trainings-Einheit einfach um anderen die es dann nicht richtig einordnen keinen Input zu geben für schlechte Sachen.
00:17:59: Wir wollen aus der heutigen Sicht diese Strafen nicht schönreden.
00:18:02: Das ist nicht gut und man findet auch einen anderen Weg, aber wir leben in einer anderen Zeit.
00:18:06: Damals ging es doch ums Überleben, um Kampf, um Situationen wo Pferde eben wirklich mal mit aller Kraft die sie haben vielleicht auch fliehen wollten.
00:18:15: oder man selber musste wirklich sagen ich muss da weg und das Pferd darf nicht scheuen.
00:18:20: Es will irgendwo nicht vorbei und man muss... Man muss sich dann wirklich reinbegeben.
00:18:26: was wäre wenn und ihn jetzt auf die Strafen zu reduzieren, das wäre absolut nicht gerechtfertigt.
00:18:34: Und schon gar nicht ihnen für das zu verurteilen was die anderen Übersetzer aus dem Buch gemacht haben.
00:18:40: Uns mag einiges grausam und barbarisch erscheinen aber die Menschen damals für die war das ja nichts Ungewöhnliches.
00:18:47: es gab ja noch Hexenverbrennungen und Folter und es wurde eben vom Pferd ausgekämpft.
00:18:55: Ja, das soll alles keine Entschuldigung sein.
00:18:57: Aber man sollte eigentlich sich erst mal mit der Geschichte beschäftigen in der damaligen Zeit und dann eben versuchen, das Gute rauszufinden und nicht das Buch als Reitlehre in die Jetzzeit zu übertragen.
00:19:09: Das ist es sicherlich nicht mehr aber man kann sich schon auf Spurensuche gegebenen und Wurzeln von unseren heutigen Disziplinen erkennen und einiges ist eben wirklich interessant.
00:19:20: Und es geht ja nicht nur um Strafen oder Erziehungsmaßnahmen sondern zuerst beschreibt er zum Beispiel, wie man ein Pferd auswählt.
00:19:27: Und da spielt einmal das Exterieur eine Rolle – wie wir es von Xenophonien auch schon kennen – zum anderen aber und das ist ganz spannend die Elementellehre.
00:19:39: Ja, das ist ein ganz neuer Aspekt bei der Pferdebeochteilung, die uns davor gestellt wird.
00:19:43: Also Grisones schreibt, dass die Qualität des Pferdes vorrangig von den vier Elementen abhängig ist.
00:19:50: Die Elementelehre geht auf die griechische Antike zurück genauer gesagt auf Empethokles, der um vierhundertfünfundneunzig vor Christi lebte und von Aristoteles wurde diese Lehre systematisiert.
00:20:05: Alles Bestehende setzt sich aus vier Elementen zusammen.
00:20:08: das ist Erde Wasser Feuer und Luft.
00:20:12: Und in der Renaissance fand besonders in Italien die Verschmelzung der antiken Arabischen und der mittelalterlichen europäischen Wissenströme statt.
00:20:20: Besonders in Neapel Aber auch in Venedig und Florenz wurde Al-Chemie und Astrologie gelehrt.
00:20:26: Und gerade Neapel war stark beeinflusst durch die arabische, spanische Kultur.
00:20:32: So kann man nachvollziehen dass Crisone die Pferde nach der Elementenlehre einteilte.
00:20:38: Damals waren diese Lehre modern und auch die Menschen wurden bestimmten Elementen zugeordnet.
00:20:44: Auch Farben und Abzeichen werden bei Crisione detailliert beschrieben Und sie zeigen ebenfalls vorborene Eigenschaften des Ferdes an.
00:20:53: Ja, das ist ein gutes Beispiel mit wie vielen Details wir uns beschäftigt haben.
00:20:58: Ich musste erst mal Geschichte wiederholen und mir selber so Fragen beantworten.
00:21:03: Wann begann eigentlich die Renaissance?
00:21:06: Seit wann gab es noch einmal den Buchdruck unterwessen Herrschaftsstand in der Apel zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts?
00:21:13: interessant und spannend.
00:21:15: Und das war wie so ein Baum, der verästelte sich bis ins kleinste Blättchen.
00:21:20: und besonders eben diese Beschäftigung mit Grisoni hat wirklich meinen Horizont unwahrscheinlich erweitert und tut es ja immer noch.
00:21:30: Er beschreibt auch diese Pferdefarben so schön allein die Füchse denn sie sind ja prinzipiell dem Element Feuer zuzuordnen.
00:21:38: und Feuer macht einen eher heißblötigen und leicht erregbaren Charakter Und ich habe zwei sinngemäß übersetzte Textabstütte aus dem Libro Primo mal aufgeschrieben.
00:21:50: Das wäre auswendig, bisschen schwierig und das ist der erste.
00:21:56: Dass der Charakter eines Pferdes dieselben Charakteristika hat wie das Element, dass es am meisten beeinflusst.
00:22:04: Wenn es mehr der Erde verwandt ist als den anderen Elementen wird es melancholisch sein – erdverbunden!
00:22:11: Schwer, ungeschickt.
00:22:13: Gesprengelt oder Honigfarbenbraun Maubefarben oder eben derartige Farben Und ein anderer Abschnitt?
00:22:23: Wenn es mehr dem Feuer verwandt ist wird es feurig sein Leidenschaftlich und ein Springer Selten hat es große Stärke.
00:22:32: hier ist vielleicht Ausdauer eher gemeint und es neigt dazu einen Fuchs zu sein wie eine Flamme Oder einer glühenden Kohle ähnelnd
00:22:42: Naja, man weiß das so heute.
00:22:44: Fuchsstute gilt ja immer als sehr kapriziös und ich weiß dass man sagt Ja fährt kann gut springen und wenn man es dann verkaufen will und der Käufer fragt Ja ist ein Fuchs?
00:22:54: ist eine Studie?
00:22:55: nieder nehme ich nicht nämlich sie nicht.
00:22:57: ne also Fuchs stutig schein Also Fuchs allgemein feurig.
00:23:01: aber Fuchs Stute scheint noch mal speziell zu sein so in er in der Reiterwelt.
00:23:08: also Ich glaube mit Springer bevor man da, weil wir denken natürlich an Springenpferd.
00:23:12: Damit meint er damals so Pferde die schon ähnliche schulsprungartige Bewegungen ausgeführt haben das waren eher damals die Springer.
00:23:20: die Bezeichnung finden wir dann weiter auch bei anderen Meistern und er beschreibt ja dann auch schon ein bisschen kleine Erhebungen und solche Lektionen.
00:23:30: wahrscheinlich ist es bei deiner Tänze in den Fuchsstudie auch wie machen manchmal auch BV oder Sprünge auf der Stelle Ja, sich das dann natürlich bei einem hervorrigen Pferd eher mal durch die Natur schon zeigt.
00:23:43: Ja, das stimmt!
00:23:45: Er beschreibt in die Proprimo auch das Exterieur und da liegt er mit unseren heutigen Vorstellungen nicht auseinander.
00:23:53: Auf diesem Abschnitt sind wir darum auch in unserem Audiobook etwas mehr eingegangen.
00:23:57: Die großen schwarzen Augen sind übrigens ein Merkmal des neapolitanischen Pferdes.
00:24:04: Dank der unglaublichen Bemühungen von Giuseppe Margesca konnte die Pferderasse Neapolitaner, die als ausgestorben galt wiederbelebt werden und ist seit einigen Jahren im materielles italienisches Kulturerbe.
00:24:20: Die alten italienischen Rassen sind bei uns nicht so bekannt wie der Lucidano oder der PAE aber es gibt außerdem Neapolitanern der Familie Marresca auch noch die Mojesen den Apulien beheimatet sind.
00:24:33: Und was viele gar nicht wissen, der Neapolitaner ist der Vorfahrer der Lipizana und mit ein Grund warum es unter den Lipizanern doch immer mal wieder einen gibt, der dunkel geboren wird.
00:24:44: Und das auch bleibt!
00:24:47: Nach den ersten Abschnitten über die Auswahl eines geeigneten Pferdes beschreibt Federico Grisone das, was wir heute als Gewöhnungsphase bezeichnen.
00:24:56: Er beginnt mit der Aussage dass auch das Pferd mit den besten Anlagen um seine Talente zu entfalten und dass das Gegenteil genauso möglich sei.
00:25:09: Durch schlechtes Reiten könne man auch das beste Pferd ruinieren, ist so.
00:25:14: Außerdem erklärt er der Trap sei die wichtigste Ausbildungsgerät und das findet man bei Steinbrechen in der Reitvorschrift wieder.
00:25:22: Ja also mit dem Trap oder mit der Reiterrei das Beste Pferde zu ruinieren ist ohne Frage wahr?
00:25:29: Und zum Trab habe ich auch einen sinngemäß übersetzten Satz rausgesucht und es ist folgender.
00:25:38: Vollen gehen Schritt galoppieren und rennen, aber Traben selten.
00:25:43: Korrekter Trab verleiht dem Pferd Beweglichkeit im Schritt Kraft im Galopp Schnelligkeit in schnellem Galopp oder Sprint Muskeln und Stärke für die Sprünge Leichtigkeit im Halten Sicherheit und großartige Ordnung für die Manege.
00:26:01: Unendliche Kraft oder vielleicht auch Stabilität,
00:26:04: für Kopf,
00:26:05: Hals- und Rumpf weichen und guten Kontakt zum Maul.
00:26:09: Der korrekte Trab ist die Grundlage allen Lehrens
00:26:15: Die Maneg?
00:26:16: Ist das Reitplatz, Reitbahn?
00:26:19: Ja, das stimmt!
00:26:20: Und in den Niederlanden oder Belgien nennt man Reithallen teilweise heute noch so Und der Grisone verwendet das Wort Manegiare oder als Verb, womit er dann die Arbeit auf dem Reitplatz meint.
00:26:34: Das ist auch etwas Neues, dass man eben nicht nur sagt Reitenstrecke zurücklegen sondern eben wirklich das Pferd in einen Raum nehmen um es dort zu trainieren.
00:26:46: und An dieser Stelle möchte ich noch mal auf einen Punkt eingehen, der Gräsone zumindest in deutschsprachigen Texten häufig unterstellt wird.
00:26:56: Er soll nämlich die Reiter angewiesen haben, auf einem tiefen frisch geflügten Acker zu trainieren.
00:27:01: und natürlich habe ich mir dann in Neapel rundherum mal die Bodenverhältnisse genau angesehen, ob man da sowas findet.
00:27:10: und bekanntermaßen liegt Neaple am Wesuf und der Boden ist eher steinig geprägt durch Lavagestein und Sand.
00:27:17: weiß Gott, hier kann man nicht tief flügen.
00:27:19: Also ich habe keinen Feld gesehen.
00:27:22: natürlich gibt es da auch Landwirtschaft aber die Sommermonate sind ja auch heiß und trocken Und ein etwas aufgelockertes Feld das wird zum Reiten wesentlich besser gewesen sein.
00:27:33: also Die schweren Ecker, die sucht man vergebens.
00:27:37: Ich glaube er wollte dem Pferd eher was Gutes tun.
00:27:40: Es ist an anderer Stelle auch mal dass man Steine absammeln soll oder eben bei sehr Ungeschickten Pferden auch mal so Steinchen liegen lässt, damit die besser aufpassen.
00:27:49: Also er hat sich da schon Gedanken gemacht und ich sehe das eher so dass es was Positives ist.
00:27:57: Und ja also zum Reiten, diese Sonne eben auf diesem ausgewählten Platz den Reiter auch ganz bestimmte abgemessene Figuren reiten und bevorzugt wurden zwei nebeneinander angelegte Zirkel Die sogenannten Ringe geritten und eine gerade Diese Graden, das waren die Repoloni.
00:28:18: Und es gibt im Buch eine Skizze und das liest sich schon so ein bisschen wie eine Dressuraufgabe wenn man diese kleine Schrift am Rand liest.
00:28:28: Der Anfang ist da quasi Entra und das bedeutet von hier kommt man rein, von hier einreiten.
00:28:35: So zu sagen dann geht's eine bestimmte Anzahl rechts und bestehende Anzahl links geradeaus mit einem kleinen Kreis zurück.
00:28:42: also schon sehr sehr exakt, sehr genau.
00:28:46: Und Liz Tobi beschreibt auch – ich glaube das haben wir im Audiobook auch – dass es eben dieses Maß dieser Ringe oder der Umfang eigentlich schon in den heutigen Zirkeln entspricht, die im zwanzig-vierzig-oder-zwanzigsechzig vier Eck zu finden sind?
00:29:03: Ja!
00:29:03: Im zweiten Teil dem Libro Secundo geht Grisono näher darauf ein wie das Trainingssystematisch gesteigert wird, und der Bahn im geradeaus auf den Repeloni wird nach und nach gesteigert, und der Galopp wird dann allmählich hinzugenommen.
00:29:21: Und das Pferd lernt, engere Drehungen am Ende der geraden Linien zu tun.
00:29:27: Und Crisone redt ausdrücklich davon ab – zu früh, zu schwere oder gar doppelte Wendung oder Drehung zu verlangen.
00:29:36: Diese Drehunge, heute würden wir vielleicht sagen Pirouetten, verlangen vom Pferde ja schon sehr viel!
00:29:43: Wir würden heute sagen, es hat dann schon Tragkraft entwickelt.
00:29:49: Genau also diese Textstelle ist auch wirklich beachtlich.
00:29:52: Risonem begründet nämlich seine Warnung zu früh zu viel zu verlangen damit dass wenn der Reiter von einem fährt das eigentlich damit noch überfordert ist zu früh diese doppelten Drehungen verlangt.
00:30:05: Dann würde es unter einem Reiter der kein Experte ist nicht einmal mehr die halben Drehung gut machen.
00:30:12: Und das ist ja heute noch genauso.
00:30:14: Ein von einem Profi gerittenes Pferd, dass nur scheinbar eine ganze Piruette gehen kann.
00:30:19: Das geht mit einem schwächeren Reiter manchmal nicht mal ne ordentliche Wolke mehr im versammelten Lop.
00:30:25: Weil es sich sofort der Lastaufnahme entziehen will und nicht aus bösen Willen sondern einfach weil sie überfordert ist und das noch nicht kann und dann natürlich seine Chance nutzt sich eben dieser Lastaufnahmen und der Anstrengung zu entziehen und diese Warnungen vor, oder die Warnung über Forderung.
00:30:43: Und eben dieser systematische Aufbau von den Trainingseinheiten durch diese Steigerung mehr Ringe auf jeder Hand oder erstmal Halbdrehungen, die ziehen sich durch das ganze Buch.
00:30:54: Personale lehrt konsequent aber immer in dem Wissen, dass körperliche Entwicklung Zeit braucht.
00:31:03: Ich habe noch ein paar kurze Abschnitte aus dem Libro Secondo herausgesucht, damit man vielleicht ein bisschen eine Idee von dem Text bekommt.
00:31:13: Und das geht los mit grundsätzlich für die versammelte Schritt- und Trabarbeit eher zum Erfolg – der Galopp sollte nur selten sein!
00:31:24: So wird das Pferd stabil und gleichmäßig vorwärts gehen ohne dabei auf die Vorhand zu kommen oder sich in die Eise zu treten.
00:31:35: Ich erinnere dich, dass der Sporen am Gurt eingesetzt wird und nicht an den
00:31:40: Pflanzen.".
00:31:41: Oder eine andere Textstelle?
00:31:44: Viele glauben und irren wenn sie annehmen oft und schnell galoppieren macht das Pferd schneller.
00:31:50: sicher ist es nicht der Fall.
00:31:52: Anlehne und Maul werden schlechter Es rennt weg Und durch die Erschöpfung wird es geschwächt.
00:31:58: In den meisten Fällen reicht es, die Arbeit auf den Ringen im Trab zu machen und das Pferd wird stabil.
00:32:05: Bekommt eine gute Anlehnung und wenn das im Trap erreicht ist, nimmst du den Galopp dazu.
00:32:11: Und am Ende immer anhalten und die Possate.
00:32:15: An der Stelle sei gesagt, die Possade ähnelt der Levade,
00:32:20: d.h.,
00:32:20: das Pherd erhebt sich auf seine Hinterbeine Aber in der Possate sind die Hinterbeine noch etwas weniger gewinkelt.
00:32:27: Ich glaube, Pessade ist heute auch noch im Gebrauch so, wenn man zum Beispiel an die Spannisch-Hofreitzu geschaut.
00:32:38: Im dritten Teil kommen dann die Abbildung der verschiedenen Gebisse und was uns heute neben den langen Bäumen befremdlich erscheinen, dass eigentliche Gebissstücke bei einigen Gebissen zu sehen sind, die gewickelt darüber gewickelt wurden und sie dienten dazu die Kautätigkeit anzuregen.
00:33:02: Wahrscheinlich waren Sie dem Pferd nicht immer sehr angenehm aber man kann daraus ablesen das auch den Reitern der damaligen Zeit ein tätiges Maul wichtig war.
00:33:10: Crisone bevorzugte übrigens wie du schon gesagt hast einen recht schlichtes Gebiss das so in etwa dem heutigen einfach gebrochenem Pelm äh ähnelt.
00:33:21: Wenn man sich so Bilder und Gemälde aus früheren Zeiten anschaut, dann sind die Pferde am meisten mit deutlich zu engen Hälsen- und aufgesperrten Mäulern dargestellt.
00:33:30: Wenn wir zu Xenophon gehen da waren, die vielleicht noch nicht immer so eng aber oft sehr gegen die Hand, mit rausgedrücktem Unterhals oder auch offenen Mäulern... Aber es herrschen ja wirklich andere Bedingungen und ich finde das ganz wichtig dass man diese Diskussionen, die wir heute immer auch zurecht um Zäumungen und Trainingsmethoden führt dass man das jetzt nicht eins zu eins auf die Lektüre von einem Buch, von fünf zu hundertfünfzig überträgt.
00:33:57: Wenn wir um sportliche Ehren reiten oder eben in der Reitbahn das fair zu kontrollieren, da muss man auch sagen was hatten wir heute auch andere Materialien können, die anders abschleifen, anders fertigen?
00:34:08: Das waren ja wirklich andere Zeiten und es ging wirklich um Kontrolle, die das überleben sich hatte.
00:34:15: Wenn man sich zum Beispiel so Wachtfirme alter Städte ansieht, die noch eine erhaltene Stadtmauer haben.
00:34:20: Da ist ja oft dann ein Raum wo diese Folterkammern waren und wenn man sich das anschaut macht man es ja weil man sich für Geschichte interessiert und nicht weil man eben sowas im Keller nachbauen will hoffe ich jedenfalls.
00:34:33: Was wir heute wirklich von Federico Grisone lernen können Das ist zum Beispiel folgendes Denn er wusste, dass sich Pferde beim Aufeinander zureiten erschrecken können.
00:34:46: Und das war zu seiner Zeit ja keine ungewöhnliche Situation.
00:34:49: Man muss nur an die Lanzenkämpfe denken oder Kampf mit dem Schwert oder Sebel.
00:34:54: und um das halt zu üben dann lässt der zwei Reiter nebeneinander zwei Zirkel anlegen und zwar auf verschiedenen Händen so dass sie sich dann einer Zirkeleite.
00:35:04: dann kommt man sich nebeneinander entgegen, wenn man auf zwei Händen ist.
00:35:08: Also das ist so, dass es zueinander... Wir sind zwei Räder die sich wie ein Zahnrad zueinander drehen, ist man eben genau bei X nebeneinerneinander und die Pferde kommen aufeinander zu, wenden aber rechtzeitig vorher ab.
00:35:20: Und man hat also noch keine eskalierende Situation dadurch und kann ja auch den Abstand erst mal groß machen und dann dichter bis man schließlich Bügel an Bügel nebeneinander ist.
00:35:30: Und erst wenn das ohne Störung oder Erschreckung gelingt, dann sollen die Reiter die Zirkel nebeneinander auf eine Hand anlegen und dann kommt man sich in der Mitte entgegen.
00:35:41: Erst mal auch im größerem Zwischenraum und dann wird der Zirke langsam wieder größer gemacht.
00:35:48: Wer macht das heute noch so bewusst?
00:35:50: Vielleicht macht man es, wenn man ein Weihnachtsquadril hier einübt und man merkt dass ein oder andere Pferd mag das nicht.
00:35:56: Aber wer macht das heute mit einem unerfernen Pferd, bevor er das erste Mal auf den Abreitplatz geht?
00:36:01: Da haben wir dann eher hysterisches Geschrei.
00:36:04: Oh!
00:36:04: Der kennt das nicht, haltet Abstand oder es gibt berote Schleife vorne und hinten.
00:36:09: aber wenn man das übt, dann haben die Pferde auch nicht mehr so viel Angst Und wir müssen gar nicht unbedingt Turnier reiten.
00:36:15: In der Reithalle sind wir halt nicht immer alleine.
00:36:19: Es ist auch sehr unangenehm Wenn man so ein Pferdi hat was dann irgendwann vor anderen Pferden so scheut Im Lauermodus.
00:36:27: aufpassen muss es bloß keiner zu nahe kommt von vorne oder hinten.
00:36:32: Ja, ich habe dich hier besucht in Koburg und hab ja einen Ausflug in die feste Koburg gemacht.
00:36:38: Und das fand ich ganz interessant weil da waren Ritter zur Pferd-Inrüstung gezeigt, die dann ihre schwere Lanze trugen.
00:36:46: und wenn man jetzt denkt an so ein Tornier wo Reiter, Ritter gegeneinander reiten Im Galopp, das sieht man ja dann oder auch in den Filmen.
00:36:57: und dann noch versuchen den Gegner mit dieser Landse die ein Riesen Ungewicht ist.
00:37:02: Ein Unwucht noch den anderen vom Pferd zu stoßen.
00:37:05: Das heißt die Pferde mussten volle Karache gegeneinander galoppieren je nachdem der Kleidung, dann auch klappend mit einem klappenden Ritter da oben drauf.
00:37:17: Der ja schäpperte wie nur was.
00:37:18: Dann in dieser Rüstung des Pferdes die ja auch schepperte und dann haben wir vielleicht noch geholt das Publikum so Da muss man mal denken dass man für eine Beherrschung des pferdes brauchte um alleine zu ein Lanzenkampf vorzuführen.
00:37:34: also es hat mich nochmal sehr beeindruckt was dafür einen eine Desensibilisierung erfolgen musste, allein so ein Pferd in der Rüstung zu stecken und dann auf den nächsten Zoo zu galoppieren.
00:37:46: Ja da ist der Abreiteplatz wirkt ja ein bisschen wie ein Streichelzoo dagegen.
00:37:51: also obwohl ich weiß wie viel dazu gehört einen Pferde dazuzubringen.
00:37:56: Naja diese Korrekturmaßnahmen von Kriesone beschrieben Zeugen auch von einem anderen Verständnis für Lebewesen, wie wir es heute haben.
00:38:06: Zumindest in Deutschland.
00:38:08: Es hing halt das Leben-Pristich alles davon ab.
00:38:10: Das war halt das Auto und dennoch kann man immer bei ihm deutlich erkennen dass Krizone über das Pferd nicht wie eine wilde widerspenstige Bestie sprach die man gefügig machen sollte sondern erhielt die Pferde für intelligent und lernfähig.
00:38:29: Wir sind in unserem Audiobook daher auch gar nicht so sehr ins Detail gegangen, was die Bestrafung angeht.
00:38:34: Einfach weil Krisone eben in der Vergangenheit so oft darauf reduziert wurde und falsch interpretiert wurde.
00:38:42: Ja, absolut.
00:38:43: Wir haben uns wirklich dann die Sachen, die positiv sind und die man auch heute sich noch mal in Erinnerung rufen kann.
00:38:51: Und wo man heute noch von lernen kann, die haben wir eher rausgesucht.
00:38:54: Wobei wir ja im Audiobook das ein oder andere nennen.
00:38:56: also ganz verschweigen wollen wir es auch nicht aber halt ihnen eben nicht darauf reduzieren.
00:39:03: So fordert Grisone den Reiter oft auf Stimmhilfen zu gebrauchen.
00:39:08: Später dann galt der übertriebene Einsatz der Stimme als verpönt und in der Reitbahn ist es ja auch unangenehm, wenn jetzt alle ihre Pferde anreden oder anschreien.
00:39:17: Im modernen Turniersport verlangt man auch eher nach unsichtbaren und unhörbaren Reiterhilfen.
00:39:24: Und im Krieg kann's ... Wenn man unüberlegt zu laut spricht oder gar schreit, dann kann man dem Feind das Versteck verraten will man ja auch nicht, dass sich Pferde so viel vieren.
00:39:34: und trotzdem ist natürlich die Stimme ein Mittel auf Pferden einzuwirken.
00:39:38: Und einen Mittel das beschreibt Grisonen, dass sie sich eben nicht mit einem bestimmten Körperteil wehren.
00:39:45: wenn man schnallt dann ist es was was das Pferd anregt zum Beispiel und es wird nicht wie gegen den Schenkel vielleicht sich eher in der Muskulatur verhalten und dagegen gehen oder sogar ausschlagen.
00:39:56: Sondern die Stimme kann wirken, ohne dass sie an irgendeinem Körperteil Widerstand hervorruft.
00:40:01: Und sie kann keine körperlichen Verletzungen hervorufen und auch dazu gibt es Textstelle.
00:40:10: Wisse!
00:40:10: Dass die menschliche Stimme die größte Einwirkung sein kann.
00:40:15: Die Stimme wird das Pferd nicht durcheinander bringen Es sich nicht selbst vergessen lassen Das interpretiere ich mal als panisch werden Es nicht flüchtend
00:40:25: machen
00:40:27: Es nicht entmutigt machen oder verzweifelt, was bei Schlägen mit dem Stock passiert.
00:40:33: Obwohl sie auch Wirkung haben.
00:40:35: Es ist notwendig die angemessenen Hilfen rechtzeitig zu gebrauchen
00:40:40: und
00:40:40: alle diese Methoden und da bezieht er sich auf vorherige Abschnitte werden dem Pferd klarmachen dass sein Fehler die Ursache für die Strafe war.
00:40:53: Ja also das ist doch sehr vernünftig gesprochen.
00:40:57: ja Also du hast ja die italienischere Printausgabe, die einzige originalgetreue Übersetzung von der Stoobie.
00:41:04: Du hast die englische Übersetzung durch Thomas Blandewil und die deutsche Pfizer-Interpretation richtig studiert!
00:41:12: Und Federico Crisone so umstritten er sein mag ist und bleibt der erste dessen Lehren sich durch den Buchdruck soweit verbreitet haben haben versucht oder auch du vor allen Dingen hast, versucht Federico als Person auch darzustellen.
00:41:30: Also dass man der Person des Reitmeisters nahe kommt und das er nicht abstrakt bleibt mit irgendwelchen ja vielleicht unglücklichen Zitaten nur.
00:41:44: Und die Reiter von heute, die schnell verfügbaren Input-Zuchen finden in den Büchern unserer Zeit für ihr eigenes Training geeigneterer Tipps.
00:41:51: Man muss ja nicht mehr Lanzenstechen machen!
00:41:53: In unserem Hörbuch über Federica haben wir ihn aber noch etwas detaillierter als hier vorgestellt und ihn als Person erscheinen lassen sogar mit einigen italienischen Originalpassagen.
00:42:06: Ja, also die Vorbereitung für das Audiobook war wirklich intensiv und es hat lange gedauert.
00:42:12: Und das war für uns beide gewissermaßen eine Art Studium auch mit Technik- und Tontechnik.
00:42:18: Mir hat Josep Mareska wirklich sehr geholfen.
00:42:23: Wir haben ja schon öfter den Namen genannt.
00:42:24: Das ist eben ein Neapolitaner der alte Bilder sammelt und Karten.
00:42:29: Mit seiner Hilfe gelang mir das wirklich, mich etwa um in diese Zeit hineinzuversetzen.
00:42:35: In der Apel stehen ja eben auch noch diese Burgen und zwei Schlösser und er wusste eben dass bestimmte Gebäude wenn die nach unten hin sich verbreitern eben wirklich noch aus dem Mittelalter sind und hat mir viel über die historischen Gebäuden erzählt, die damals liegen Herrscher und auch die Kultur.
00:42:52: Und wir vergessen so schnell, was es alles nicht gab!
00:42:55: Es gab ja weniger gute Wege und Straßen, es gab kein künstliches Licht... ...und das Pferd war trotzdem so viel mehr als nur ein Transportmittel.
00:43:04: Und man schätzte eben nicht nur die Gaben, die die Natur dem Pferde mitgegeben hatte sondern auch den Ausbildungsstand.
00:43:10: Und Grisone betont wirklich oft den Wert einer systematischen Ausbildung in Bezug auf Zuverlässigkeit und gesunde Erhaltung.
00:43:22: Ja, die Renaissance war ja die Wiederentdeckung von verloren gegangenen Wissen der Antike.
00:43:27: aber die Welt hatte sich weiterentwickelt Und in den neu gegründeten Reitakadämien in Italien kam Artige aus Europa um zu lernen.
00:43:37: Wahrscheinlich bezahlten sie nicht gerade wenig für diese Auslandsaufenthalte.
00:43:42: Ein Reitausbilder musste sicherlich hohen Ansprüchen gerecht werden Denn wie man sich im Sattel präsentierte, so konnte es das Ansehen steigern oder es sinken lassen.
00:43:53: Das ist ganz klar, wenn man wie ein Plummsack da sitzt und auch noch runterfällt – das ist dann nicht so hübsch für die Ladies!
00:44:00: Zu Krison des Zeiten war es mit dem Zureit nicht mehr getan, sondern die Profis bildeten die Pferde weiter aus und sorgten dafür, dass sie mit allem vertraut waren was der damalige Alltag mit sich brachte.
00:44:12: Es war ja nicht nur Krisone alleine, der im Neapel der damalen Zeit unterrichtete.
00:44:17: Er selbst nennt in seinem Buch die Namen verschiedener anderer Meister und von einigen anderen gibt es Gemälde oder Bilder.
00:44:25: Cesare Fiaschi, Nicola Bagano, Garciolo.
00:44:29: Pignatelli war auch ein zeitgenosser Krisonis.
00:44:33: Auch er hatte eine Akademie.
00:44:35: Meinst du die beiden haben zusammengearbeitet?
00:44:38: Darüber konnte ich so nichts in Erfahrung bringen, aber bestimmt kannten sie sich zumindest und vielleicht haben Sie manchmal über irgendwelche talentfein Grafen aus dem Ausland gelässert.
00:44:49: Ich kann lieber gut vorstellen eine kleine Stammtisch-Reitmeisterstammtische.
00:44:56: Einer der Schüler Pignatellis leitete später selbst seine Königliche Reitschule in Frankreich und wir sprechen hier von Antoine de Peuvinel und er markiert einen Wechsel.
00:45:07: Statt dann lange Jahre ins Ausland zu gehen, begann man eben die italienischen Meister zu importieren und auch in England nachher französische Meister.
00:45:18: Es ist ja heute ähnlich.
00:45:20: Experten werden eingeladen und wer sich mit einem Themengebiet intensiver beschäftigen will, der begibt sich dort hin wo er am meisten lernen kann.
00:45:29: Ja, absolut.
00:45:30: Theoretisches Wissen ist heute natürlich leichter als damals zum Beispiel über YouTube-Tutorials oder auch jetzt mit ChatGPt.
00:45:38: ganz neu oder noch halbwegs neu.
00:45:40: und wenn man aber in der Praxis gut werden will dann braucht man natürlich gute Lehrer, aber eben auch viel Übung und man muss sich auch zugestehen dass man Fehler machen darf.
00:45:52: Über Grisonen nachdenke, dann wird mir bewusst wie sehr sich lernen oder die Chance auch lernen zu können.
00:45:58: Wie sehr sich das verändert hat?
00:46:00: Die Globalisierung und die Digitalisierung bieten großartige Möglichkeiten.
00:46:05: aber was knapp wird ist unsere Zeit und damit auch die Zeit zum üben und sich auszuprobieren jetzt mal ganz vom Reiten abgesehen, wirklich körperlich fit zu halten.
00:46:18: Weil diese körperliche Fitness ist natürlich auch ein Faktor.
00:46:23: die Kinder gehen weniger zu Fuß werden gebracht manchmal geht es auch nicht anders aber wer ein guter Reiter sein will der muss körperlichen trotzdem auch ja ein gewisses Körpergefühl haben.
00:46:33: vielleicht nicht der Supersportler Aber wenn man halt so einen Couchpotato isst dann wird schwierig.
00:46:41: Ja ich denke auch dass das Reiten halt für Pferd und Reiter geben und nehmen ist.
00:46:47: Wenn der Reiter dem Pferde einfach eine unnötige Last ist, das sich also nicht gut bewegen lässt dann trainiert zwar das Pferdd den Reiter aber das Pherd wird verbraucht und andererseits wäre es ja schön wenn der Reit so fit ist dass er dem pferd bequem ist und dempferd auch was zeigen kann.
00:47:08: und da muss man halt üben
00:47:12: Wenn man eben ausbilden will, wenn man sein Pferd nicht nur verbrauchen will sondern besser sein will dann ist schon eine gewisse körperliche Gewandheit um die kommt man nicht herum geht ja schon los im Umgang mit Hufe auskratzen und Mann im Schweif schlagen aus dem Weg zu gehen und sich schnell wegzudrehen.
00:47:34: Wenn man vielleicht Tennis spielt, hat man auch so eine gewisse Reaktionsschnelligkeit und die braucht man im Umgang mit Pferden ohne Wenn und Arbeit.
00:47:41: Und das fehlt vieles heute schon daran.
00:47:49: Ja auch nicht so genau, wie viele Exemplare es von Vior Dini die Kavalkari überhaupt gab und wer sie dann bekommen hat.
00:47:57: Heute das Internet ist ja jedem zugänglich aber ein Buch zu studieren und es dann auszuprobieren dieses gelesene aus dem buch praktisch anzuwenden.
00:48:06: Das ist sehr was anderes Und du schreibst ja auch noch richtige Bücher und nicht nur online und Du liest dir auch viel.
00:48:16: Glaubst du, das bringt heute noch Vorteile?
00:48:19: Oder ist es eigentlich inzwischen egal?
00:48:22: Würdest du jetzt auch auf dem iPad mehr lesen oder hast du das Buch noch lieber in den Händen.
00:48:29: Also ich hab' eigentlich das
00:48:31: Buch
00:48:31: lieber in die Hände wenn's ein schönes Buch is'.
00:48:34: Es gibt ja wunderbare Bücher und äh... Ich weiß dass meine Teil- oder die Leute, die meinen Bücher lesen, ich habe's auch nicht als E-Book veröffentlicht, weil es einfach Bücher sind, die man vielleicht auch mit in den Stall nimmt.
00:48:47: Und dann noch mal Nachschläge, wenn das über therapeutische Sachen gibt und ich liebe auch die Bilder in den Büchern so sehr.
00:48:55: Für mich ist ein Buch wirklich noch wichtig, ist ein haptisches Erlebnis.
00:49:00: Noch einmal Kuburg, Feste-Koburg, ein Bild ... Das wollte ich noch aufnehmen.
00:49:05: Da waren mittelalterliche Gemälde und da war ein zauberhaftes Bild, wo zwei Personen in einem Buch schaute und so begeistert waren.
00:49:16: Frauen durften ja auch erst ab siebzehnhundvierzig fangen, durften wir anfangen lesen zu lernen.
00:49:21: also ein buch war ja einen Kosmos wenn man lesen konnte alleine und dieses bild gemalt wie diese zwei personen begeisterten als würden wir wahrscheinlich zur gamescom gehen würde ich sagen ja so begeistet vor dem buch saßen.
00:49:36: das hat
00:49:36: mir noch mal
00:49:38: deutlich gemacht Was es bedeutet, dass Federico Grisone gelesen wurde.
00:49:43: Also wie viel ... Ja, das ist bestimmt eher für dich gewesen auch die Stiche, die da drin sind in dem Buch.
00:49:49: Das war nicht einfach was man durchblättert und ich glaube dieses Ich brauche das anstreichen, ich muss es markern, meine Bemerkungen daneben schreiben.
00:50:03: also dann studiere ich das, dann weiß ich das auch.
00:50:07: Und wenn ich jetzt so runterlässe als E-Book ... Dann lebt es für mich nicht sehr.
00:50:14: Aber
00:50:15: wenn ich schnelle Informationen haben will auf jeden Fall
00:50:19: ja.
00:50:19: Ja, dann lebt's nicht soweit.
00:50:21: Man weiß den Inhalt und manchmal liest mans noch mal.
00:50:25: Selbst wenn es ein Roman ist und du hast einen Abdruck einer Kaffeetasse oder irgendwas, erinnert sich auch wo du dabei hattest?
00:50:32: Also für mich sind die Bücher zum Anfassen, die werden sich nie ganz ersetzen lassen.
00:50:37: Aber wer weiß wie das dann bei Jüngeren ist, die damit nicht mehr so groß werden?
00:50:42: Wie erlebst du das bei jüngeren Kursteilnehmern oder deinen Kindern?
00:50:46: Also wir haben jetzt z.B.
00:50:48: die Skripte, die bekommen wir auch per PDF und einige drucken sie noch aus Da bin ich dann und malen noch da rein.
00:50:56: Und haben dann auch Mundfarbstifte, was so wichtig ist.
00:50:59: Zeichen und andere haben es halt auf dem Tablet und scrolls durch und schreiben zwar auch dazu aber dieses haptische hat vielleicht nicht jeder andere sagen die ich muss das ausgedruckt habe.
00:51:09: Ich muss es so vor mir haben und ja muss halt jeder selber umgehen.
00:51:15: also die Kinder sind halt oder meine Kinder sind in allem so viel schneller.
00:51:19: Die hören sich ein Podcast an immer mit Geschwindigkeit oder manchmal auch zweifache Geschwindigkeiten, wobei mir schon ... Da wird mir schon schwindelig.
00:51:30: Ich kann gar nicht so schnell hören!
00:51:32: Also das ändert sich und deswegen find ich diese Hörbücher so schön, dass man vielleicht noch mal ein bisschen zur Ruhe kommt wenn man die großen Reitmeistern nicht lesen will.
00:51:42: Die sind schon anstrengend also... Ich möchte Woz of Riding nicht lesenn müssen?
00:51:47: Ja,
00:51:47: also das stimmt Es fehlt ja auch die Zeit.
00:51:52: Wenn wir uns das nicht so vorgenommen hätten, hätte ich wahrscheinlich das nie so intensiv durchgearbeitet.
00:51:57: tatsächlich und eigentlich seit dieser ganzen Geschichte hat sich mein Leseverhalten sehr in Richtung Fachliteratur oder Sachberuf verschoben einfach weil es immer noch was gibt auf dem Stapel ist und durch gearbeitet studiert werden will.
00:52:15: Vor unserem Projekt habe ich eigentlich gerne Romane gelesen, aber die höre ich jetzt tatsächlich lieber als Hörbuch.
00:52:21: Weil man dann dabei doch einschlafen kann oder Autofahren oder noch irgendwas anderes machen und auch unsere eigenen muss ich sagen, die Reitvorschrift oder auch das Gymnasium des Pferdes, da höre Ich immer wieder gern hinein.
00:52:34: Man muss sich so ein bisschen orientieren.
00:52:36: wenn man was Bestimmtes sucht finde ich das in einem Buch natürlich leichter mit dem Post-It oder irgendwo im Lesezeichen.
00:52:42: Das ist bei uns mit den Kapiteln, da muss man immer gucken wie man wirklich genau an die Stelle kommt.
00:52:48: Aber zur Grisoneszeit war der Wert eines Buchs noch ein anderer und ich glaube kaum dass es jemand einfach nur mal kurz anschaute und dann wegstellte das waren wirklich Schätze aber lebende Schätze die man auch benutzte.
00:53:03: Und ich stelle mir halt vor wenn bei ihm Unterricht hatten und das Buch dann lasen, dass sie wirklich so seine Stimme daraus hörten.
00:53:12: Also ohne ihn zu kennen geht einem das so weil er halt oft sowas sagte wie Gome oder Detto, wie ich schon gesagt habe oder auch mehrfach gesagt habe und ich werde dir immer wieder sagen... Da kommt so richtig der Reitlehrer durch,
00:53:27: der
00:53:27: weiß, dass die Schüler immer wieder auch erinnert werden müssen.
00:53:31: Und ja, das ist so richtig aus der Praxis!
00:53:34: Also es war eine spannende Erfahrung und das Hörbuch habe ich mir auch immer wieder mal gerne angehört, auch mal beim Spaziergang oder so.
00:53:43: Es ist schön dass es die gibt!
00:53:46: Ich liege es auch und ich würde gerne noch mit den Schlussworten von Grisone Enden womit er sein Buch beendet hat um nochmal die Person Grison euch allen oder ihn näher zu bringen.
00:53:59: also am Ende des Buches sagt er oder schreibt er Hier enden die Regeln der Reitkunst.
00:54:06: Obwohl es noch viele Geheimnisse zu erzählen gäbe, ist das mein Bedürfnis sie wegzulassen um dich nicht zu verwirren.
00:54:14: Wenn ich sie dir gesagt hätte hättest du sie vielleicht missverstanden?
00:54:19: Darum sage ich erst
00:54:20: jetzt!
00:54:21: Wenn Du die Absicht hast ein vollkommender Reiter zu sein musst Du von Natur aus nicht nur unter dem Einfluss des Maß stehen sondern auch kontinuierlich in diesem Prinzip denken.
00:54:34: Darüber hinaus wirst du durch praktische Erfahrung und Übung meiner Lehren viele Dinge verstehen, die ich hier weglasse!
00:54:42: Und ich hoffe dass all diese anderen Dinge dir klar sein mögen durch unseren gütigen großherzigen Gott der immer knedig ist zu dienen, die dienen
00:54:53: und suchen
00:54:54: und diese Gnade verdienen.
00:54:57: wie auch immer Diese Knade ist sehr selten gegeben und in allen anderen Künsten kannst du eine größere Zahl Kenner finden.
00:55:06: Aber hier ist die Schwierigkeit so ausgeprägt, dass kaum einer Perfektion erreicht.
00:55:11: Ilfine!
00:55:12: Genau ist das.
00:55:13: Wir werden nicht perfekte Reiter.
00:55:15: Wir können an jedem neuen Pferd wieder scheitern oder neu anfangen?
00:55:19: Oder neu anfingen... Also es war ein absolut schönes würdiges Schlusswort.
00:55:23: Schön, dass Du's nochmal vorgetragen hast.
00:55:26: Ja, an dieser Stelle sagen wir dann auf Wiederhören.
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